Sonntag, 13. Juli 2008

Last Days in Sydney

Da hier die nächsten Tage und Wochen eh nix Aufregendes mehr passiert, da mein Alltag aus mit Mama einkaufen gehen (Warum gibt es in ganz Jork keine Negerküsse mehr? - Das Obst ist unschlagbar günstig. -Die Centmünzen sind sehr klein.) und Fahrdienste für Mama und Papa machen zum Autofahrenüben (Wollte immer verkehrtrum in den Kreisverkehr, habe bei jeder Ausfahrt den Drang auf die linke Spur zu fahren und blinke ununterbrochen mit dem Scheibenwischer, sodass Papa mir nachher schon auf die rechte Hand gehauen hat!) besteht, nutze ich die Zeit, um ein bisschen den Blog auf den neuesten Stand zu bringen und ein bisschen von den letzten Wochen zu berichten.
Am besten fange ich rückwärts an, also bei den letzten zwei Tagen in Sydney, die ich nach der Rückkehr aus Queensland noch hatte.

Nachdem Jonas, John und ich bei mir zu Hause angekommen waren und erstmal zwei Maschinen Wäsche angestellt hatten, weil nach mehreren Wochen Reise einfach alles eklig dreckig und stinkig war, habe ich mich stadtführerinnentechnisch engagiert, um den beiden Jungs ein paar Ecken der Stadt zu zeigen, die sie sich in ihrer Woche ohne mich noch genauer angucken könnten. Also habe ich John, der auf den Urlaubsfotos festgestellt hatte, wie lang seine Haare geworden sind, auf dem Weg zum Campus, wo ich mit meiner Praktikumskoordinatorin very last minute noch was klären musste den holländischen Frisör gezeigt, der bereits Lars, Michael, Markus und mir eine neue Frisur verpasst hat. Auch das Lansdowne ("Da müsst ihr unbedingt mal ein $5 meal essen!"), Paddy's Market ("Für günstige Souvenirs und so.") und Glebe ("Toller Markt am Samstag und viele Restaurants und Cafés!") wurden abgelatscht, bevor wir uns im Regen nach Newtown flüchten konnten, wo ich den beiden "meine" Eisdiele und die sowieo coolste Straße der Stadt gezeigt habe. Weil wir kalt und nass waren, haben wir dann um sechs Uhr etwas verfrüht beim Thai Dinner gegessen. My very last prawns on Aussie grounds. Ach, was werde ich die vermissen. Die king prawns und die King Street thais!!!

Anschließend gings zum weltbekanntesten Teil Sydneys. Da konnten sich die Jungs die Oper und die Harbour Bridge angucken und wir konnten gleichzeitig zu Saras farewell drinks in die opera bar kommen. Weil ein Glas Wein acht Dollar kostete und wir vom Fraser Trip noch etwas übermüdet waren, haben wir die tolle Aussicht nicht besonders lange genossen.

Der Donnerstag bestand aus einer guided tour für Jonas und John durchs Kings Cross, Darlinghurst und Surry Hill. Anschließend habe ich die beiden einkaufen geschickt, um das Haus zum Kofferpacken und traurig sein ein paar Minuten für mich allein zu haben.

Nachdem der Koffer, die Countryroad-Tasche und die beiden Umhängetaschen für John und Jonas rappeldicke vollgepackt und dementsprechend schwer waren, sind wir dann zu Fuß nach Newtown zu meinem Abschiedsessen bei meinem Lieblingslibanesen "El Bahsa" gelaufen.
In der Runde von 16 Leuten war, wie in Australien halt so üblich ist, mit meiner Kommilitonin Rhiannon mal wieder nur eine echte Vollblutaustralierin, während sich die restlichen Gäste aus Deutschen, Engländern, Neuseeländern und Russen zusammensetzte. Ich habe vor lauter Aufregung und Ablenkung durch Geschenke auspacken (eine tolle Silberkette von Tiffany's von Ants, Tess und George, Blumen von Ilya, ein Tagebuch von Kathleen und eine CD von John) das falsche Essen bestellt, was ich überhaupt nicht mochte, und bin überhaupt nicht dazugekommen, meinen Weißwein zu trinken.

Nach einem kleinen Zwischenstopp bei Dolce & Gelato, wo Joanna mir natürlich zur Feier des Tages trotzdem kein Eis ausgegeben hat, sind wir ins Bank (Hotel) umgezogen, um dort bei ein paar Drinks in Jonas' Geburtstag reinzufeiern, bis wir um kurz vor eins rausgworfen wurden, was für ein Pub in Sydney unter der Woche ja schon richtig spät ist.

Am nächsten Morgen gab es dann außer Kofferwiegen, panisch umpacken und 10kg per Post nach Berlin verschicken und danach entspannt mit den Jungs frühstücken gehen und einen letzten Iced Moccha trinken nicht mehr viel, bevor Lisa Sara und mich zum Flughafen gebracht hat.
Das war Sydney!!!
Für immer - erstmal.

Alles so schön grün hier

Ach, was ist das alles komisch hier.
Auf der Heimfahrt vom Flughafen gestern wollten Sara und ich Sebastian permanent darauf hinweisen, er solle doch bitte auf der anderen Straßenseite fahren. Verkehrt irgendwie. Außerdem waren wir tierisch beeindruckt von den vielen grünen Bäumen auf beiden Seiten der Straßen. Dafür gibt es nirgendwo Palmen. Strange. "Und die Vögel sehen alle so langweilig aus! Grau und braun, keine Farben!"
Die roten Hamburger Mülltonnen sehen für mich aus wie Briefkästen.
Beim Fahrradfahren fühlte sich mein Kopf so nackt an, die Haare konnten frei im Wind wehen, so ohne Fahrradhelm. Ungewohnt. Bei extra an der Kasse habe ich die Kassiererin mit meinem "So wenig? Das ist ja billig!" Kommentar völlig überfordert, weil ich über die 6,25 Euro für Croissants, saure Gurken, Erdbeeren, Salzbrezeln, Milch und die restlichen von mir gewünschten Lebensmittel so günstig fand. Schön! Abends wird es erst ganz spät dunkel. Verrückt.

Es ist echt sehr lustig, was mir plötzlich alles verkehrt vorkommt, aber wahrscheinlich werde ich mich auch ruckzuck wieder dran gewöhnen. Immerhin ist mir bislang in Jork noch nicht langweilig geworden, obwohl ich mich hier seit gestern Mittag noch nicht wegbewegt habe. REKORD.
Nach Müslibrötchenfrühstück war ich gestern mit Mama mit dem Fahrrad erst bei Extra und dann bei Minimal, der jetzt REWE heißt, und durfte auf alles zeigen, was ich haben wollte und habe außer Negerküssen (die waren in beiden Läden gerade ausverkauft) alles gekauft bekommen, was Mama nicht eh schon besorgt hatte, weil sie sich denken konnte, dass ich Buttermilch, Käse, Vollkornbrot, frische Kirschen, Haribo, Jogurt und Rotkäppchen haben wollte. Danach durfte ich mir dann auf dem Obsthof noch mehr Kirschen und naturtrüben Apfelsaft aussuchen.
Im Garten sind gerade die Stachel-, Him- und Johannisbeeren reif. Juhu, ich bin genau in der richtigen Saison wiedergekommen. Nur das Wetter verhält sich etwas norddeutsch und überzeugt nicht hundertprotzentig. Aber ich will mal nicht meckern.

Heute Morgen habe ich auf der Terrasse gelegen und Brigitte gelesen und mir im Birkenstockkatalog neue Sandalen ausgesucht. Heute Nachmittag mit Jana und Julien dort gesessen und Urlaubsfotos angeguckt und wurde über die neuesten Entwicklungen in Buxtehude und dem Alten Land aufgeklärt: bei Stackmann gibt es keinen Supermarkt mehr und die Kinderabteilung ist jetzt im Keller, der Busbahnhof wird umgebaut, Subway ist in die Bahnhofstraße umgezogen, die Jazztanzgruppe hatte neulich ihre große Show und am Elbdeich gibt es jetzt ein gay resort. Soso!

Eben war ich mit dem Rad am Deich und musste mich sehr konzentrieren, auf der rechten Seite zu bleiben. Ab morgen darf ich Mama und Papa dann beim Ausräumen des Wohnzimmers behilflich sein. Außerdem muss ich mir dringend einen Hautarzttermin für meine von der australischen Sonne zerstörten Haut holen. Also wird mir hoffentlich auch in den nächsten fünf Tagen hier auf dem Land nicht langweilig, bis wir am Freitag unseren Roadtrip nach Berlin starten.

Samstag, 12. Juli 2008

32 Stunden, drei Flüge, vier Sicherheitskontrollen, zwei Bier und drei Sekt später


Here I am, an meinem Laptop, an Jonas' Schreibtisch, in Jork, bei meinen Eltern.
Und es ist alles gar nicht schlimm.
Nach einer sehr spontanen Winterklamottenpaketpackaktion (der Koffer wog laut Thorstens Waage 28kg und somit acht Kilo zu viel) gestern Morgen und einem wunderbaren Geburtstagsfrühstück (Jonas' Geburtstag, nicht meiner!) in einem kleinen Café in der Nähe der Postfiliale (man muss schon praktisch denken, wenn man mit einem sperrigen 10kg-Karton durch Sydney läuft) mit Jonas und John und einem sehr kurzen Gespräch mit der gerade aus Österreich von der Konzerttourne zurückgekehrten Lisa, hat sie Sara und mich zum Flughafen gebracht. Die Zeit bis zum Boarding ging so schnell rum, dass wir es noch nicht mal geschafft haben, Saras verbleibendes $69 phone credit abzutelefonieren (what a waste, really!), weil wir mit iPod kaufen (Sara) und "Soll ich mir diese coole Kamera kaufen oder nicht? ... Sie ist pink!... Aber eigentlich wollten Lars und ich uns doch eine gemeinsam anschaffen!...Aber sie ist pink!" (ich) beschäftigt waren.
Im Flugzeug haben wir mit unserem bezaubernden Lächeln und einer kleinen Übertreibung ("She is really scared of flying and needs me to look after her during the flight!") die Plätze in der letzten Reihe nebeneinander bekommen. Sehr schön!
Da war es dann nur ein kleines Drama, dass sie aus unverständlichen Gründen Saras vegetarische Essensbestellung vergessen hatten und ich mich permanent schlecht gefühlt habe, weil sie an meine gedacht haben.
Der Flug bis Singapur ging mit Filme und Serien gucken, Ampelmännchenbucheinträge lesen und dabei ein klitzekleines Bisschen für ein Minütchen weinen und anschließend aufmunternde Musik hören ratzfatz rum. Nach Empfehlung von Lars und Jonas, die vorher über Singapur gereist waren, haben wir uns auf der Dachterrasse mit den Kakteen in der tropischen Abendhitze ein letztes Cascade gegönnt und festgestellt, dass die Linse von Saras Kamera vor lauter Luftfeuchtigkeit beschlagen war.

Flug Nummer zwei wurde, wie es sich für einen Nachtflug gehört, hauptsächlich mit Schlafen und verplant aus dem Fenster gucken verbracht. Nach dem Frühstück, der vierten Folge der ABC Serie "The Librarians" und dem fünften Durchhören des neuesten Eskimo Joe Albums, konnten wir die ersten deutschen Felder am Boden sehen und waren plötzlich ganz aufgeregt, weil es sooooooooooooo deutsch aussah.
Und es wurde noch viel deutscher.
Beim Zoll wurden wir mit einem schroffen "Guten Morgen" begrüßt, bei der SkyLine unfreundlich vom Service Personal angemeckert, beim Lufthansa Check-In höflich gesiezt (wow, ich wurde ein Jahr lang nicht gesiezt, sehr komisches Gefühl). Bei jeder Rolltreppe wollten wir automatisch die linke nehmen, wenn es eigentlich die rechte war, beim günstigen Zeitschriftenkauf war ich mit den sehr farblosen Geldscheinen und den komischen zweifarbigen Münzen vollkommen überfordert. Im Café musste ich geschockt feststellen, dass ich hier keinen skim moccha bekommen werde, genausowenig wie eine Flasche tap water zu meinem Essen...
Alles nicht so ganz einfach. Kulturschock rückwärts.
Um diesen leichter zu überstehen, haben wir uns statt eines Kaffees um sieben Uhr morgens am Frankfurter Flughafen zwei Becks Gold und eine Brezel geholt. "In Sydney ist schließlich schon Samstagnachmittag. Da kann man ruhig schon mit dem ersten Bier anfangen!!!"

Die anschließende Sicherheitskontrolle für den Inlandsflug nach Hamburg war ein einziges Drama. Nachdem ich quasi nackt drei Mal durchlaufen mussten und intensiv im Schritt- und Brustbereich abgetastet, um nicht zu sagen: angegrabbelt, wurde, weil ich so lustig gepiept habe, kam Sara mit ihren zwei Flaschen Bundaberg Rum aus dem Duty Free leider gar nicht erst rein. Aus unerklärlichen Gründen wollten sie mich dann auch nicht mehr durchlassen und haben mich zu Sara zuückgeschickt. Also zurück zum Check-In, Alkohol sicher in Fleecedecke wickeln, in Country Road Bag verstauen, als Gepäck aufgeben, mit der Dame über Preise für Übergepäck verhandeln und zurück zum Sicherheitscheck, wo ich nach einer zweiten Strip- und Fummelaktion auch noch meine Tasche öffnen durfte, weil der Teddybär beim Durchleuchten wohl aussah wie eine Bombe.

Nach einem Sprint zum Gate und last minute boarding fiel Sara auf, dass sie plötzlich keinen Mantel mehr anhatte... Na ja, bei so vielen Handgepäckstücken und Schichten Kleidung wie wir sie hatten, war irgendwie klar, dass irgendwas irgendwo verloren gehen würde. Persönlich hätte ich allerdings eher vermutet, dass der Verlust auf meiner Seite zu beklagen sein würde. Ich hingegen bin mit Regenjacke, Handtasche, dickem Schal, Laptoptasche, dünnem Schal, Country Road Bag, Jeansjacke, Koffer, Hut und zwei Sweatshirts zu Hause angekommen. Dass einzige, was ich verloren habe, ist ein Anstecker an meiner Tasche. Nicht schlecht, oder?

In Hamburg wurde Sara von ihrer Mutter, ihrem Vater, ihrem Bruder und ihrem Onkel abgeholt und Saras Bruder hat mich nach ausgiebiger Stadtrundfahrt (man könnte auch Umweg dazu sagen) nach Jork gebracht, wo mich ein unglaublich süß dekorierter Vorbau begrüßte, aus dem meine Eltern mit Digitalkamera geschossen kamen. Davon gibt's ein paar Bilder. Und nun geh ich ins Bett. Schließlich ist es in Sydney schon fast wieder Zeit aufzustehen.

Donnerstag, 10. Juli 2008

So long, farewell

Die Summe meines Alltags in zwei gepackten Taschen

Verdammt, mir ist schlecht, mir ist schwindelig, mir ist komisch, mein Herz klopft wie verrückt.
"Hast du was Falsches gegessen?", fragt John. "Sie hat doch gar nichts gegessen!", sagt Jonas.
Nein, ich habe einen Koffer gepackt und eine Tasche.
Und das fühlt sich sehr komisch an.
In 24 Stunden sitze ich schon im Flugzeug.
Und in 48 Stunden stehe ich in Frankfurt am Flughafen.
Wooohooo!! OMG, OMG.
Muss mir mal eben kurz frische Luft zufächeln....

Natürlich freue ich mich auch ein bisschen.
Auf anständige Taschentücher, schnelles Internet, Wochenendfrühstück im House of Fun, einen anständigen öffentlichen Nahverkehr, Rotkäppchen Rubin, abnehmbare Duschköpfe, leckere Brötchen, H & M, günstigen Jogurt, ungechlortes Leitungswasser, Mamas Marmelade, Cocktails im Chagall, Brunch im Eckstein, Fahrradfahren am Elbufer, Buttermilch, die Berliner Parks, kostenlosen Kaffee bei Stackmann und meinen Zahnarzttermin (danke Jana! aua, aua am Weisheitszahn).
Aber gleichzeitig weiß ich jetzt schon, dass ich eine Menge zurücklassen muss und nicht, wie nach Brighton, mal eben schnell zurückkommen kann.
Very scary!!!!!!!!

Mittwoch, 9. Juli 2008

Bilder aus Queensland

Krokodil am Daintree River.

Whitehaven Beach in den Whitsundays.

Letzter Tag auf Fraser.

Mit Jonas im Lake McKenzie im Regen.

Unser vollgerümpeltes Auto.

Sara und Thorsten chillen auf Deck.

Fischlein, Fischlein, Fischlein.

Völlig kaputt vom Schnorcheln.

Sea Kayaking am Cape Tribulation.

Schnorcheln am Great Barrier Reef.

Kamera-Case-Testen im Hostel-Pool.

Dienstag, 1. Juli 2008

Winter, Sonne, Badespass

In der Touristeninformation von Airlie Beach gibt es kostenloses Internet. Und waehrend Sara und Thorsten noch an der Lagoon (grosser kostenloser oertlicher Pool direkt hinterm Strand) in der Sonne liegen, dachte ich mir, nutze ich dieses wunderbare Angebot mal kurz fuer einen klitzekleinen Post.
Wir sind seit zwei Stunden vom Segelboot runter, auf dem wir zwei Tage durch die Whitsundays gesegelt sind und gleich geht es nach einer Kaffeeinfusion fuer Sara und mich mit unserem total vollgemuellten Riesenauto (Ford Falcon Futura) weiter nach Mackay, wo wir morgen Mittag Jonas vom Flughafen abholen (der muesste inzwischen irgendwo ueber Asien in der Luft sein) und John treffen, der am Sonntagmorgen heil in Sydney gelandet ist und mit meiner Nachmieterin Christine Tee getrunken hat, bevor er losgefahren ist, um das Outback zu erkunden.
Klingt etwas kompliziert, oder? Ist aber alles ganz toll.
Nach verregneten Tagen am Cape Tribulation und im Daintree (jetzt weiss ich endlich, woher der Regenwald seinen Namen hat) haben wir seit ein paar Tagen endlich echtes Urlaubswetter, sodass ich ein paar Sonnensprossen bekommen habe und nicht voellig blass im deutschen Sommer landen muss.
Ansonsten habe ich viele aufregende Dinge getan und gesehen. Wir waren im Great Barrier Reef schnorcheln, am Cape Trib sea kayaking, im Daintree Krokodile gucken und gestern bin ich sogar getaucht, mit Sauerstoffflasche und allem Pipapo. Very exciting!
Fraser Island ist fuer naechsten Sonntag gebucht und wird sicher ebenso spannend und spassig!