Montag, 29. Dezember 2008

Weihnachten vorbei, neues Jahr in Sicht

Ja, ich weiß.
Eigentlich hatte ich mir vorgenommen und versprochen, noch vor Weihnachten die REiseberichte vom Queenslandtrip nachzuliefern.
Das hat irgendwie nicht so richtig geklappt, wie ich mir das vorgestellt hatte. Denn eigentlich bin ich ja davon ausgegangen, dass ich während meiner 8-Stunden-Schichten im Ticketcallcenter des Friedrichstadtpalastes mal zu ein bisschen was käme, da ja nur selten jemand angerufen hat, der tatsächlich Karten kaufen wollte (ich habe die Premiere von Qi in der Weihnachtsedition gesehen und kann daher jeden voll verstehen, der KEINE Karten kaufen möchte...). Aber leider mochte man mich im Callcenter nicht so gern und hat mir (und allen anderen Busch-Dähn Leiharbeitern) das Internet abgestellt.
Somit hatte ich mehr Zeit zum Lernen.

Ich hoffe, ihr hattet alle so wunderbare Weihnachten wie ich in diesem Jahr.
Nichts gegen prawns und schlechten sparkling wine auf der Dachterrasse des Penthouse bei 30°, aber Heiligabend mit letzten Einkäufen bei Stackmann und auf dem Buxtehuder Wochenmarkt, Weihnachtsbaumschmücken mit Mama, Openair-Gottesdienst auf dem Petriplatz mit Papa an der Posaune und Jonas als Gesangsbegleitung, echten Kerzen am Baum, dem Bescherungsglöckchen, NDR2 im Hintergrund, tonnenweise Schokolade und Marzipan auf den bunten Tellern, zehn verschiedenen Sorten Käse beim Raclette und der großartigsten Tanzveranstaltung des Landes am ersten Weihnachtsfeiertag - das ist das einzig wahre Weihnachten. Sorry Sydney. Ist nicht so gemeint. Vielleicht bin ich doch ein ganz unflexibler Traditionsmensch.. *g*

Und darum werde ich den Silvesterabend mit meiner Mädelscrew verbringen, mit der ich mich schon seit Jahren Silvester am liebsten umgebe und Bleigießen und Schlammbowle trinken und am nächsten Morgen Rührei und Pfannkuchen essen. So muss das sein. Und wahrscheinlich werde ich um Mitternacht ein klitzekleines Bisschen nostalgisch und fernwehig und an die zwei wunderbaren Feuerwerke über der Harbour Bridge denken. Aber dann fällt mir ein, dass ich letztes Jahr fast alkoholfrei ins neue Jahr gefeiert habe und werde mir ein Glas Rotkäppchen Rosé eingießen, mit meinen Mädels ABBAs "Happy New Year" anstimmen und mich am Feuerwerk über der Oderbaumbrücke erfreuen. Ist doch viel schöner. Ist doch mein zu Hause.

Und meine new year's resolution: Die verdammten Reiseberichte schreiben und den Blog beenden, sodass ich endlich meine vielen Ideen für einen neuen umsetzen kann.

Alles Gute für 2009!!!!!!

Mittwoch, 10. Dezember 2008

Random Notes Dezember

In der Berliner Zeitung stand letzte Woche, dass der Flughafen Tegel einen neuen eigenen Taxitarif beantragt hat. Man muss also einen Aufschlag bezahlen, wenn man ab Tegel mit dem Taxi in die Stadt fährt. Das kenn ich doch irgendwo her... Ach ja, natürlich. In Sydney gibt es das schon seit über einem Jahr.

Lars ist aufgefallen, dass ich, seit ich Australien zurück bin, viel mehr mit dem Handy telefoniere. Stimmt wohl. Ich habe mir dieses Australisch-Verschwenderische angewöhnt. Zumindest teilweise. Tagtäglich Taxifahren mache ich bislang noch nicht. Wäre aber mit dem Semesterticket auch wirklich Schwachsinn.

Auf Lenas Geburtstagsfeier war ein Australier, der seit acht Wochen in Deutschland ist. Er hat sich darüber beklagt, dass die Deutschen in der Bahn oder im Bus nicht miteinander reden. In Sydney im Bus auf dem Weg zu seiner Arbeit hätten das immer alle gemacht. Was für eine infame Lüge. In Sydney haben sich die Leute in den öffentlichen Verkehrsmitteln genau so angeschwiegen. Und die Busfahrer waren teilweise genau so unfreundlich wie in Berlin.

Habe ich mich schon über die unglaublich winzigen Rosinenpackungen in Deutschland aufgeregt? Unmöglich! 250g sind doch einfach gar nichts, die sind ja nach zwei Tagen aufgegessen.

Ach, mein diesjähriger Adventskalender ist ein echter Traum. Haribo!!! Wenn ich da an das Teil mit der der Pappschokolade vom letzten Jahr denke, schaudert's mich immer noch.

Als ich auf der Arbeit neulich eine Klatschzeitschrift durchgeblättert habe und mir Delta Godrem entgegengrinste, war ich etwas schockiert. Was macht die in einer deutschen Zeitschrift?! Die kennt man hier doch gar nicht, oder doch?

Am 25. kommt endlich "Australia" in die Kino. Ich bin soooooooo aufgeregt!

Donnerstag, 20. November 2008

Erinnerungsfotos - Fotoerinnerungen

Letzte Woche habe ich endlich angefangen, das Geburtstagsgeschenk für meinen Opa zu basteln, dessen Idee mir eigentlich schon vor Monaten gekommen ist.
Denn der Mann hat ja leider kein Internet und ist somit in den letzten 15 Monaten nicht in den Lesegenuss meines Blogs gekommen, wenn Mama ihn nicht gerade mit ein paar ausgedruckten Posts versorgt hat. Weil das so einfach nicht tragbar ist, gibt's für Opa eine exklusive Printversion.

"Meinst du dein Opa versteht das?" - "Was?" - "Na, das Wort?" - "Welches?" - "Printversion." - "Mein Opa ist doch nicht doof." - "Meine Großeltern würden das nicht verstehen." - "Das ist doch Englisch." - "Das ist doch kein Englisch. Das Wort Printmedien ist doch deutsch. Die kennt man doch!" - "Also meine Mutter würde das nicht verstehen."- "Das ist doch irgendein wissenschaftliches Fachwort. " - "Wissenschaftlich?" - "Genau, das kennst du nur, weil du Publizistik studierst." -"Quatsch. Das kennt man doch" - "Davon kannst du nicht ausgehen." - "Pech, jetzt steht es da."



Trotz ihrer seltsamen Ansichten über Medienfachsprache haben mir Jana und Lars am Küchentisch mit basteln geholfen. Mussten sie auch, weil ich meine Linkshänderschere nicht finden konnte und das Ausschneiden der ausgedruckten Blogeinträge somit ausgesehen hätten wie abgebissen...
Ach, wie schön war es, die ganzen Fotos mal wieder alle anzugucken. Einige davon habe ich mir seit Monaten nicht angeguckt. Was bin ich nostalgisch geworden und habe in Erinnerungen geschwelgt, was für Jana vielleicht ein bisschen langweilig und für Lars auch nur teilweise interessant war.
Aber mir ist aufgefallen, dass es genau ein Jahr her ist, dass wir inMelbourne waren. Und es unglaublich heiß war. Im November. Während mir beim Angucken der Bilder vom Great Ocean Road Trip sofort wieder ganz kalt an den Beinen war, weil ich völlig falsch angezogen war bei dem heftigen Meereswind. Beim Anblick der Fotos, auf denen mein tolle lila Portmonee noch ganz heil und sauber auf dem Tisch neben mir liegt, musste ich fast laut schluchzen. Es war so schön. Und jetzt ist es kaputt.
Die Penthousepartybilder mit Lisa und Kathleen haben kleine Heimwehen bei mir ausgelöst und die Tatsache, dass ich die Dachterrasse nie wieder sehen kann, ist schon traurig.
Auch meinen schicken grünen Schal, der mich bis Tasmanien überall mit hinbegleitet und dann irgendwo auf der Wanderung am Wineglass Bay verloren ging (ich verdächtige ja immernoch die französische Reisegruppe, die neben uns stand als wir unsere Tourifotos gemacht haben), vermisse ich nun wieder ein wenig. Und dass ich meine tolle graue Karohose, die ich in jedem Urlaub mit dabei hatte und die mir einfach unglaublich gut steht (zumindest sieht das auf den Fotos eigentlich immer so aus), Kathleen überlassen habe, bereue ich inzwischen extrem. Natürlich musste ich Sachen aussortieren und Platz schaffen. Aber wie bin ich darauf gekommen, meine Lieblingshose zurückzulassen. Vielleicht kann ich Kathleen ja überzeugen, dass sie sie mir nächstes Jahr mitbringt, wenn sie zur Hochzeit ihrer Cousine nach Europa kommt.

Es war aber auch nicht alles besser!!! Ich war schockiert davon, wie viele Pickel ich immer hatte. Das hatte ich schon völlig verdängt. Das schafft auch wirklich nur das australische Chlorwasser, dass jeder aussieht wie ein Akne-geplagter Teenager.
Und bei den Fotos vom Silvesterabend in meinem Hängerchen sehen meine Oberarme ganz schön dick aus. Da hat sich die monatelange Ernährung von wedges und shapes-crackers mit zehn verschiedenen Sorten Dips mit verbundener Sportabstinenz doch irgendwie bemerkbar gemacht.
Und trotzdem: Wenn ich für unsere WG-Party außer Salzstangen und Nachos mit Salsa bei Plus nichts Knabberartiges kaufen kann, muss ich garantiert wieder an Kathleens entsetztes Gesicht denken, als ich ihr erzählt habe, dass wir keine zehn verschiedenen Sorten Dips bei Aldi haben...

Na, mal gucken, was Opa so auffällt an den Bildern und Berichten.
Nachdem der erste Teil der 150 Bilder, die ich bei Rossmann nachbestellt hatte, zusammen mit den Reiseberichten und Random Notes eingeklebt war, wurde langsam klar, dass der Platz nicht für die weiteren 100 Fotos, die ich noch vom Queenslandtrip bestellt hatte, reichen würde.
Egal, ob es Opa gefällt oder nicht. Zu Weihnachten gibt's den zweiten Teil mit den Bildern und Berichten des lustigen Roadtrips von Cairns bis Fraser...


Sonntag, 16. November 2008

Mein erster Winter... seit Langem

Ja, es ist irgendwie verrückt. Denn ich habe seit Februar 2007 keinen Winter mehr gehabt. Das ist schon eine Weile her. Darum ist das Winterliche für mich momentan etwas ungewohnt.
Wobei ich nicht behaupten kann, dass es durch die lange Entwöhnung in irgendeiner Weise attraktiver oder interessanter geworden wäre. Natürlich war es am Donnerstag toll, mal wieder Eislaufen zu gehen und Suppen und Eintöpfe schmecken bei Kälte eh viel besser. Und der Glühwein schmeckt auch erst unter 5 Grad so richtig gut.

Ich weiß noch, dass ich in Sydney zu irgendeinen Zeitpunkt des verregneten Winters dort gesagt habe, ich hätte schonmal wieder Lust auf eine richtige Kälte, bei der man sich einen schicken Wintermantel und noch viel schickere Stiefel zu Rock und dicker Strumpfhose anziehen kann. Jawohl, dass habe ich gesagt. Ich habe mich dabei ein bisschen darüber lustig gemacht, dass die Australier zwar echte Mäntel besitzen und die auch anziehen, es aber beim Winterwetter in Sydney gar keinen Sinn macht, da solche Wintermäntel viel zu warm und überhaupt nicht gegen Wind und Regen sind, was man viel nötiger braucht. Insofern war meine norddeutsche Allwetterjacke eben doch viel nützlicher, wenn auch weniger modisch. Darum habe ich sie auch bei Mama und Papa hängen lassen und stolziere nun in schicken Mänteln und Stiefeln durch die Stadt. Aber ein paar Tage zum Schautragen reichen eigentlich völlig. Und die habe ich jetzt gehabt und damit ist es auch eigentlich genug. Die hatte ich jetzt und nun ist es eigentlich nur noch nervig, dass man zum Fahrradfahren immer schon Handschuhe anziehen muss und abends nach der Arbeit ohne Mütze schon kalte Ohren kriegt. Wollsocken, Uggboots, lange Jogginghosen und Sweatshirts zum Schlafen bin ich ja durchaus gewöhnt, aber das man sich beim Verlassen des Hauses noch mehr anziehen muss als einen Anorak und einen Schal, das hatte ich irgendwie verdrängt.


Und so richtig schick sind die meisten Winterklamotten ja dann eben doch nicht. Irgendwie war es natürlich wahnsinnig aufregend, die 20 Tonnen Kordhosen, Wollpullover, Samtschals und Ringelstrumpfhosen neulich Abend mal alle unterm Bett hervorgekramt habe, denn es fühlte sich ein bisschen an wie Weihnachten. Lauter neue Klamotten, deren Existenz mir in den letzten 19 Monaten nicht bewusst war! Wahnsinn, wieviel Auswahl ich hier jeden Morgen habe, wenn ich zwischen dem pinken Schrank, der blauen Kommode und dem anderen Schrank aufgeregt hin- und herspringe. Daran muss ich mich immernoch gewöhnen. Nach wie vor trage ich immer abwechselnd die gleichen beiden Kapuzenpullover von Puma (oh, wie vermisse ich mein Outlet) und den Rock, den ich in Sydney mithatte.

Verrückt! Wie habe ich mich in Sydney darüber aufgeregt, immer in den gleichen drei Sachen rumlaufen zu müssen und jetzt habe ich Auswahl und kann mich trotzdem nicht entscheiden. Ich bin das einfach nicht mehr gewohnt.

Und Strickjacken sehen einfach nicht so sexy aus wie Sommerkleider und Wollmützen nicht so modisch wie meine Hüte... Lars lacht mich regelmäßig für meine beige riesen Strickjacke aus ("Na wieder Türkentime?!" - "Oh, man. So schlimm ist sie doch gar nicht." - "Also, ich kenne so was nur von alten türkischen Omas."), die aber unglaublich schön warm ist und mir in Sydney an kalten Winterabenden im Penthouse vorm Fernseher sicher auch gute Dienste erwiesen hätte, wäre sie denn mit mir dort gewesen.


Kaum ist es abends früh dunkel und rund um die Uhr kalt, fühle ich mich ganz wunderbar weihnachtlich. Und das hat ich wirklich lange nicht mehr. In Sydney bin ich im April irgendwann morgens aufgewacht und dachte plötzliche "Huch, irgendwie war lange nicht mehr Weihnachten, es wäre mal wieder Zeit." Denn das hochsommerliche Abendessen auf der Terrasse im Penthouse und die Völlerei beim Orphan's Christmas bei Ants und Tess am ersten Weihnachtsfeiertag haben mit meiner Vorstellung von Weihnachten wenig gemeinsam gehabt.
Es war nun mal Sommer, es war nunmal warm, es gab nunmal keine Weihnachtsmärkte, keine Adventskränze, keine Dominosteine, keine selbstgebackenen Kekse von Mama, keine anständigen Adventskalender und keine Kerzen.
Denn bei Kälte und Dunkelheit macht die bunte Beleuchtung in der Stadt und die Dekoration in den Geschäften wenigstens Sinn, während mir der riesige geschmückte Tannenbaum in Melbourne letztes Jahr ziemlich deplatziert vorkam.

Ich will Rolf-Zuckowski-Kinderlieder hören und mitsingen. Ich will Kekse backen. Ich will Glüchwein trinken. Ich will Adventskalender basteln. Ich will Lichterketten in der ganzen Wohnung aufhängen. Ich will Kerzen anmachen und ohne Ende kokeln. Ich will am Nikolausmorgen irgendwas geschenkt bekommen. Ich will auf dem Weihnachtsmarkt gebrannte Mandeln essen und Kettenkarussell über der Spree fahren. Ich noch mehr Kekse backen. Ich will, dass jemand für mich "Kommet ihr Hirten" singt, weil ich das nicht kann. Ich will Diekpedder machen. Ich will den Weihnachtsbaum am 24. nach dem Mittagessen schmücken und dabei NDR2 hören. Ich will von lauter Glühweinsauferei und Keksmampferei einen Zuckerschock haben, den ich nur wieder loswerde, indem ich ein Glas Spreewaldgurken auf Ex aufesse.

Und das alles werde ich dieses Jahr ganz exzessiv tun. Alle diejenigen in meinem nahen Umfeld können sich schon mal auf was gefasst machen. Achtung, es wird weihnachtlich!

Donnerstag, 13. November 2008

Random Notes November

Das ewige Pfandflaschen wegbringen nervt mich. Was war das in Australien einfach, wo man immer alles ohne Reue wegschmeißen konnte, weil die Erfindung des Pfands es bislang nur nach South Australia (who knows, warum ausgerechnet in diesen Staat, vielleicht wegen der vielen deutschen Siedlungen?!) geschafft hat.

Ich bin im Gesicht so fürchterlich blass, wie seit über einem Jahr nicht mehr. Wie gut, dass Mama mir auf Gran Canaria so tolles Rouge gekauft hat.

Gibt es in Deutschland eigentlich sweet chili sauce?

Als sich die Frauen in der Umkleidekabine neulich nach dem Sport gegenseitig vorgejammert haben, dass es bei ihnen bei der Arbeit immer so kalt sei, weil die Heizung nicht anständig funktioniere, meinte ich nur ganz cool und angeberisch: "Ha! Wenn man erstmal einen Winter in Sydney durchgestanden hat, dann kann einen sowieso nichts mehr schocken. Ich bin da total abgehärtet! Heizungen sind doch was für Waschlappen!"

Mein tolles lila Portmonee, das ich mir von meinem ersten Gelatogehalt in Newtown bei Quick Brown Fox gekauft habe, fällt jetzt völlig auseinander. Wie traurig!

In der Berliner Zeitung stand letzte Woche, dass Starbucks die Hälfte seiner Filialen in Australien schließt. Tja, Pech. Da hat sich der teure klebrige Kaffee wohl nicht gegen den guten skim mocha für die Hälfte des Preise der meisten kleinen Cafés durchsetzen können.

Die ABC haben mir mein Praktikumszeugnis immer noch nicht geschickt und ich weiß langsam nicht mehr, wie ich sie dazu bringen soll, das zu tun.

Ich habe gestern zur Prüfung als Glücksbringer mein blaues "I love SYD" T-Shirt angehabt, das Lisa mir zum Abschied geschenkt hat.

Mittwoch, 12. November 2008

Über die Selbstreferentialität und identitätstiftende Funktion den Bloggens

Woooooooooohoooo.
Ich habe es geschafft! Das erste Vierzehntel meines Magisterprüfungsprozesses. Dreizehn Vierzehntel to go bis zum Ziel. Ich weiß, das klingt nicht so rasend viel, aber es ist immerhin ein Anfang und es war auch mehr auch sehr viel mehr Arbeit, als man sich für so einen kleinen Teil des Gesamten wahrscheinlich machen sollte.

Um nicht zu sagen: Es war der Grund, weshalb ich in letzter Zeit so unregelmäßig gebloggt habe. Die Weblogs haben mir die Zeit zum Bloggen geraubt. Welch Ironie!
Ja, ich habe die letzten Wochen damit verbracht, mir bücherweise Wissen über Weblogs und ihr Verhältnis zu den Massenmedien angeeignet, seitenweise Notizen gemacht, abgetippt und geordnet und das ganze in einer Last-Minute-Aktion gestern auf meine extra dafür gekaufen Karteikarten übertragen, bis mir die linke Hand wehtat und ich Rückenschmerzen hatte. Dafür habe ich Lars bei der abendlichen Thesendiskussion mit dem aus meinem "Riesenhirn" (O-Ton Lars) vorgekramten Wissen beeindruckt, dass Schmidt Blogs 2006 eine Scharnierfunktion zwischen öffentlicher und interpersonaler Kommunikation zuschreibt, Rebecca Blood im Jahre 2003 die Berichterstattung als das Herz allen Journalismus sieht, Michels in ihrer Studie von 2006 die Quantität der Elemente mündlicher Sprache in Blogs untersucht, Seeber 20008 565 Blogger zu ihrem Selbstverständnis befragte und dass dies auf der Rückseite der Karte mit dem Titel Studien unten steht.
Außerdem wird in der Fachliteratur immer auf die identitätsstiftende Funktion der Online Journale für weibliche Teenager diskutiert, die ihre Blogs nutzen, um mehr Aufmerksamkeit zu bekommen und ihre sozialen Beziehungen zu pflegen.
Hierzu zähle ich mich dann doch eher als zu den hochprofessionellen J-Blogs und ihren eher politischen Themen gesamtgesellschaftlicher Relevanz.
Ich möchte mich also hiermit dafür entschuldigen, mich auf meinem "virtuellen Marktplatz" so selten gezeigt zu haben. Ab sofort werde ich mich dann kopfüber in die Literatur zum australischen Rundfunksystem stürzen und zwischendurch immer schön "Goodbye Deutschland" gucken, um an mir selbst das Rezeptionsverhalten bei Sendungen des performativen Realitätsfernsehens zu beobachten. Wahrscheinlich habe ich also weiterhin wenig Zeit online an meiner Identität zu arbeiten und selbstdarstellerisch tätig zu werden...

Dienstag, 28. Oktober 2008

Random Notes Nummer Soundso

Als ich Burkhard letzte Woche Tipps für seinen Urlaub in Australien geben sollte, zu dem er gerade aufgebroche ist, hatte ich einen ganz kleinen Anflug von Heimweh. Mir ist so viel eingefallen. Der DIN A4 Zettel war nachher rappeldickevoll mit Restaurantempfehlungen, Shoppingtipps, Museumsberichten und anderen DO´s and DONT's.

Nach Umstellung auf die Winterzeit trennen uns wieder zehn Stunden, statt nur acht.

Ich lerne gerade durchs Lesen meiner Prüfungsliteratur mehr über das australische Mediensystem als in den gesamten zwölf Monaten dort. Aber trotzdem helfen meine first hand experience und meine Experten vor Ort, die ich mit Fragen zu verschiedensten Aspekten des Rundfunks bombadiert habe, ungemein.

Als ich dem Hautarzt bei meinem Besuch zur Einleitung erzählt habe, dass ich ein Jahr in Australien war, meinte er nur "Ja, schön für sie." Für die Untersuchung meiner Leberflecke wollte er trotzdem 20 Euro haben und ist zu dem Ergebnis gekommen, dass sie alle medizinisch langweilig seien.

Es gibt in Deutschland nirgendwo all bran sticks zu kaufen. Nicht bei Extra, nicht bei Kaisers und bei den Discountern sowieso nicht. Was ist denn das für ein Land hier?! Wie soll ich mir denn anständiges Müsli machen. Lisa und ich haben die fast jeden Morgen gegessen, es war sogar eins der wenigen Produkte, die wir immer gemeinsam eingekauft haben.

Jedes Mal, wenn ich Eskimo Joe höre, kriege ich einen kleinen Sydney-Flashback und muss daran denken, wie Olga und ich die CD auf dem Balkon im Dezember immer und immer wieder durchgehört haben.

Auch nach zahlreichen Sonnenbädern und neuen Sonnenbränden, ist mein Sonnenabdruck von Neuseeland am rechten Oberschenkel nach wie vor sichtbar. Wow!

Sonntag, 26. Oktober 2008

Unter nordafrikanischen Palmen

Ich war nach meinem langen Queenslandtrip und ein paar innerdeutschen City-Trips das erste Mal wieder so richtig im Urlaub und gleichzeitig auch das erste Mal seit der Landung in Frankfurt im Juli wieder im Ausland. Und quasi auf einem anderen Kontinent, oder zumindest in nordafrikanischen Breiten, auch wenn Lars mir bis zur Beweisvorlage des Diercke-Weltatlas nicht glauben wollte, dass die Kanaren vor der marrokanischen Küste im Atlantik liegen.

Mein wunderbar australisiertes Englisch hat mir in diesem Urlaub leider wenig gebracht. Denn entweder hatten wir es mit Sprachgenies zu tun, in deren Anwesenheit ich vor Neid noch blasser wurde, als ich im Verglich zu Südspaniern eh schon aussehe, weil sie fließend Deutsch, Englisch und Niederländisch sprachen oder mit totalen Dumpfbacken von Verkäuferinnen, die mich weder auf Englisch, Französisch oder Deutsch verstehen wollten, noch wenn ich sie in gebrochenem Spanisch nach der Mittagspause gefragt habe. Ok, ok, in der Nachbesprechung dieses Dialogs mit Pablo hat sich herausgestellt, dass ich die Dame wohl gefragt habe, ob sie Mittagsschlaf mache... Aber sie hätte mich trotzdem verstehen können, finde ich. Ich weiß ja in der Oper sogar, was die Leute wissen wollen, ohne dass sie nur den Mund aufmachen.

Im Endeffekt habe ich aber natürlich alles ein bisschen mit Australien verglichen. Denn die Palmen und der Sommer im Herbst hat mich schon etwas daran erinnert.
Und die Temperaturen kamen dem auch ganz schön nah. Dementsprechend australisch-allergisch hat auch meine Haut reagiert. Nach einem Tag hatten Mama und ich beide ein gute Sammlung neuer Sommersprossen auf den Armen, am zweiten Tag hatten wir rote Dekolltees und am dritten Tag die eine Sonnenallergie und die andere Neurodermitis.
Ja, mit unserer Wikingerhaut sollten wir dem Äquator einfach nicht zu nahe kommen.

Im Hotel habe ich mich über die unverschämt teueren Internetpreise beschwert und die Begründung des Reiseleiters, es sei nur so teuer, weil wir so weit vom Festland entfernt seien, damit enkräftigt, dass es selbst in Tasmanien nicht 10 Cent die Minute gekostet habe. Da konnte der arme Mann, der exakt so aussah wie Hape Kerkeling in "Club las Piranhas" und auch noch genau so sprach, dann wenig erwidern.

Ich habe das erste Mal außerhalb Australiens ein Auto gemietet, was in Europa erfreulicherweise unter 25 auch nicht so problematisch ist. Schön, wie routiniert ich dabei vorgehen konnte und Mama gegenüber aus meinem reichen Erfahrungschatz berichten konnte. "Also, bei Europcar in Hobart haben sie eigentlich nur den europäischen Führerschein angeguckt. -Bei Europcar in Melbourne hatten die ja nur unsere Hosteladresse, weswegen das mit dem Speeding Ticket ein bisschen gedauert. - Genau so ein hässliches gelbes Auto haben sie uns ja bei Europcar in Adelaide gegeben. - Nee, Mama, keine Sorgen, die Summe stimmt schon. Das hatte ich in Queensland auch, als ich mit meiner Kreditkarte den Ford bezahlt habe..."
Leider hatten wir aber in Australien bis auf eine Ausnahme nur Automatikwagen, sodass ich das Schalten so sehr verlernt habe, dass ich mich geweigert habe, die 1600 Meter in den Bergen hochzufahren und Mama im Endeffekt doch das Steuer übernehmen musste. Na ja, Karte lesen kann ich eh viel besser.

Das Wunderschöne daran war aber, dass ich ganz erwachsen und erfahren klugscheißen konnte, aber gleichzeitig eben doch als Mamas Kind unterwegs war und somit mein Eis, meine Cocktails, meine Postkarten und meine Markteinkäufe immer entsprechend spendiert bekommen habe.
Ach, das hat doch auch was, mal nicht so knauserig auf Zeltplätzen unterwegs zu sein, billigen cask wine zu trinken und sich von beans on toast und pub food zu ernähren, sondern stattdessen im 4 Sterne Hotel Prosseco zum Frühstück zu trinken und mit einen fetten Cabrio über die Insel zu düsen!

Montag, 20. Oktober 2008

Simultantübersetzerin

Neulich in der Staatsoper, 1. Rang rechts, Ballett "Giselle", Pause

Zwei Gäste kommen auf mich zu.
"Excuse me, do you speak English?" -"Yes!" - "You don't have a synopis in English, do yo?" - "No, unfortunately, we don't. Only in German. Usually we do have an English and French translation... I am very sorry." - "Well, can you tell us what's happening in the play?" -"Euhm...Well, ok, give me a second. I'll just get a German version and try to explain the plot." - "Great."- "Alright, sooo, let me see, in the first part Giselle falls in love with beautiful stranger without knowing who he is. And she likes dancing... And there's a party in the village because they've picked the wine, so they celebrate. But her mum doesn't like her dancing, for some reason. Oh, yes - because she is a bit sick and shouldn't really dance that much.... So, her mum calls the.... Wilis..? You know? They seem to be some kind of ghosts or something..?"- "The spirits!"- "Yeeeees, exactly. So? Where was I? Yes, then the duke comes to the village for a hunt. And then somehow it turns out that the duke's daughter is engaged to the stranger... The one that Giselle is in love with. So Giselle dies... Wow, that was sudden... So, that's what you have just seen. The second part is set on the graveyard... where the other guy who was in love with Giselle, is sitting next to her grave at night." -"Which one?" -"I don't know, I've never seen it. The other one, from the village!" -"The one with the beard?" -"Maybe...Anyways, he's bemoaning her death when the clocks strike midnight and the wilis, the spirits, come out and start dancing. They are the lost souls of all kind of women... Women who had men who cheated on them.... And now they want revenge. So they dance with the men. Until they die... Yeah, they dance with them in the woods until they die of exhaustion. And so he dies.. And then the prince turns up as well. Prince? There was no prince before... There was a duke, but no prince. Oh well, the prince dies as well. But in the end he comes back to life. Hä?! Oh well, he comes back to life. I don't know why, really. Sorry, it's a bit confusing to read and understand and translate at the same time..." - "No, don't worry. It was great."- "We asked exactly the right person." - "Did you learn your English in Australia?"

Dienstag, 30. September 2008

Random Notes, nach langer Zeit mal wieder

In Verbotene Liebe haben sie neulich Bier getrunken, das australisch sein sollte. Ha! Wen wollen die denn verarschen?! Das war doch eindeutig keine australische Bierflasche. Nicht vom Design her und einen Twist-Top hatte sie auch nicht.

Ab morgen habe ich endlich wieder ein gültiges Semesterticket und muss nicht mehr mit einem fetten BEURLAUBT im Studentenausweis rumlaufen, was nur Probleme bereitet.

Ich habe letzten Montag mit Nils zusammen in Sydeny-Gedenken mein erstes Thai Curry ever gekocht. Mit prawns (meine ersten prawns, seit ich wieder hier bin)! Leider tiefgekühlt und immer noch erschreckend teuer im Vergleich zu den Preisen in Sydney. Zitronengras gab es in ganz Göttingen nicht. Lecker war es trotzdem. Vielleicht nicht ganz Newtown Thai Riffic - Niveau. Aber fast. Für den ersten Versuch wirklich gut.

Ein Brief nach Australien kostet 1,70 Euro. Unverschämt teuer. Für einen Brief von Australien nach Deutschland habe ich immer nur 1,50 Dollar bezahlt. Und wenn man 1,25 daufgeklebt hat, kam es auch immer an.

Als ich Freitag das erste Mal wieder mit der S1 von Süden in die Stadt gefahren bin, bin ich vor Überraschung fast vom Sitz gefallen. Es gibt einen neuen S-Bahnhof. Warum hat mir das keiner gesagt? Das geht doch nicht. Die können doch nicht einfach in meiner Abwesenheit eine neue Station einrichten. Und dann heißt sie noch nicht mal Kolonnenstraße. Ich bin verwirrt. John, erklär mir das. Bitte! Schnell!

Die Publizistikbibliothek hat erstaunlich viele Bücher zum australischen Mediensystem. Wahnsinn!

"Wurde denn da auf Chinesisch unterrichtet?" (Nachfrage meiner Nachbarin, nachdem ich ihr erzählt habe, dass ich in Sydney an der Uni war)

Am Sonntag war ein Stammgast (aka der Hamburger) das erste Mal seit Spielzeitbeginn wieder in der Oper und hat mich wiedererkannt und gefragt, wie es in Australien war. Irgendwie ein bisschen erschreckend.

Beim Karaoke haben Michael und ich gestern Abend "Down Under" gesungen. Irgendwie versteh ich das Lied nicht, nur die Anspielung aufs "vegemite sandwich" macht endlich Sinn.

Mein Pony, den mir die total coole Frisörin mit den pinken Haaren in Enmore geschnitten hat, ist rausgewachsen.

Mein Tagebuch mit aboriginal Motiv, das ich mir im Parlament in Canberra gekauft und am nächsten Tag angefangen habe, ist voll! Es hat nur etwas über drei Monate gehalten!

In Verbotene Liebe wurde auch gesagt, dass das australische Eis nicht besonders lecker sei. Da musste ich echt lachen. Soooo schlecht hat es bei Dolce & Gelato ja nicht geschmeckt, aber an italienisches Eis in Europa kommt's eben nicht an.

Samstag, 27. September 2008

Großes Wiedersehen auf der Wiesn

Eigentlich wollte ich schon die ganze Woche von meinen Oktoberfesterfahrungen erzählen, bin aber durch die Abgabe meiner letzten Hausarbeit, das allabendliche Arbeiten in der Oper und tägliche Besuche verschiedener Berliner Bibliotheken mal wieder zu nix gekommen.
Also, nach viel Hin und Her, mehreren Diensttauschen und einen Anruf im Büro habe ich es tatsächlich geschafft, das Wochenende freizukriegen, sodass ich Samstagmorgen um 7.35 Uhr von Tegel nach Müchen fliegen konnte. Natürlich habe ich mich nicht ohne guten Grund zum Oktoberfestbesuch entschieden. Dafür ist mir die bayerische Kultur dann doch irgendwie zu fremd, zu suspekt und zu abartig. Nein, es ging mir weniger um die Bierzelte und die knackigen Männerhintern in Lederhosen, sondern eher darum, die Sydney-Connection wiederzusehen.
Denn die UTS (also der technischen Uni in Sydney, nicht mehr)-Austauschstudenten haben schon vor über einem halben Jahr ein Wiedersehen auf europäischem Boden organisiert und das Oktoberfest als besonderes kultures Event als Treffpunkt auserkoren. Fair enough, denn außer Basti, der in Ober- oder Unterschleißheim oder so was wohnt, mussten alle aus gewisser Entfernung anreisen. Und ich bin mit meinem einstündigen Lufthansaflug (inklusive Tee, O-Saft, SZ, Berliner Zeitung und ZEIT) mal wieder am komfortabelesten weggekommen. Lucky old me!
Dann wurde ich auch noch mit dem Auto vom Flughafen abgeholt, sodass wir in Ruhe einen Kaffee in der Innenstadt trinken, uns von der örtlichen SPD-Kandidation eine Brezel als Wahlkampfwerbung schenken lassen und in der S-Bahn über den merkwürdigen Kleidungsstil der Bayern lästern konnten. "Also, einen kleinen Knall haben die schon, oder?" - "Meinen die das mit ihren Dirndln echt ernst?!" - "Gehen die immer so los?" - "Wir fallen hier voll als Touristen auf in unseren Klamotten!" - "Guck mal, es gibt sogar ein pinkes Dirndl!" - "Bei uns zu Hause tragen nur die Tänzer der Trachtengruppe so was ähnliches, und halt die Blütenkönigin!"

Kurz vor zwölf waren wir dann auf dem Festgelände auf der Theresienwiese und haben sogar die Knallerei zum Anstich gehört, bevor wir vom Türstehe über den Seiteneingang ins Augustinerzelt gelassen wurden und gegen eins unsere erste Maß bestellen konnten. Sehr
asozial von uns, den Rest der Gruppe ab halb acht am Zelt Schlange stehen und sich um die Tische prügeln zu lassen. Aber auch sehr praktisch, wenn man sich dann nach nur 20 Minuten am Seiteneingang von innen abholen lassen und an den Tisch dazu setzen kann!

Tatsächlich waren eine Menge Leute von den Sydney internationals da: aus Frankreich, Holland, Schweden, der Schweiz, Irland, Italien und ganz Deutschland. Außerdem ist der Australier Sam gerade zu seinem ersten Europabesuch gelandet. Ich frage mich, was man für einen Kulturschock bekommen muss, wenn man gleich am ersten Wochenende auf einem fremden Kontinent zwischen lauter betrunkenen Leuten in Dirndln und Lederhosen bei Blasmusik in einem Zelt sitzt und neun Stunden lang Starkbier (wo doch das australische Bier echt schwach auf der Brust ist) aus 1-Liter-Kübeln trinken und stündlich laut "Ein Prosit der Gemütlichkeit" singen muss. Ich habe also versucht, Sam zu erklären, dass nicht ganz Deutschland so drauf ist und ihm etliche Male gesagt, er müsse unbedingt auch nach Berlin kommen, um den coolen Teil des Landes zu sehen. Aber ich weiß nicht, wieviel davon bei ihm angekommen ist. Er war der einzige der Gruppe, der sich übergeben musste. Ja, ja, die Aussies, die vertragen ja nix!
Julie hingegen hat mich schwer beeindruckt, indem sie sechs Maß geschafft hat. Aber die Franzosen kriegen wahrscheinlich schon Rotwein in die Nuckelflaschen. Fabrice allerdings scheint es nicht so gut vertragen zu haben, denn er hat sich seine Kamera, sein Handy und Julies Schal klauen lassen. Schön blöd! Der Schaden meinerseits beschränkt sich auf drei Brändlöcher in meiner Jacke, die ich eh wegschmeißen wollte. Jetzt habe ich einen wunderbaren Grund, es endlich zu tun.

Ich habe mich mit zwei Maß wacker geschlagen und entgegen weit verbreiteter Annahmen NICHT auf dem Tisch getanzt. Der war voll mit Gläsern und zu wackelig. Außerdem hat mir die Musik nicht so richtig gefallen. Ich hätte ja nicht mitgrölen können. Fotos, die beweisen, dass ich die ganze Zeit brav am Tisch saß und nicht drauf stand, gibt es allerdings nicht, da ich keine Kamera dabei hatte (besser so, sonst wär sie womöglich den gleichen Weg gegangen wie Fabrices). Ihr müsst euch also vorstellen, wie ich mit beiden Händen das Maß in der Hand halte, weil das Glas allein schon so schwer war, dass ich es nicht in einer Hand hätte anheben können. Respekt den Bedienungen, die mindestens sechs davon gleichzeitig tragen!!!

Es war echt toll und total verrückt, die Leute von down under wiederzusehen. Super Sache! Fürs nächste Jahr ist der St. Patrick's Day im Gespräch. Na wunderbar. Alles, wo die Lufthansa hinfliegt, soll mir Recht sein.

Donnerstag, 18. September 2008

Rosa Ugg Boots auf Altbaudielen


Na Wahnsinn, das ging aber schnell, dachte ich mir heute Morgen, als der Paketbote ein Päckchen für mich brachte. Wie konnte Mama denn so schnell auf meinen Eintrag von gestern Abend reagieren, dass die DHL meine Ugg Boots schon vierzehn Stunden später zustellt?! Konnte sie natürlich nicht. Geht ja auch gar nicht. Mama hat eben einen mütterlichen siebten Sinn und wusste, wie schnell mir im fußkalten Erdgeschoss die Zehen abfrieren.
Also habe ich jetzt noch ein Stückchen mehr Australisches in der Wohnung und bin sehr froh darüber.

Ansonsten erfreue ich mich nach wie vor an den Dingen, die ich ein Jahr lang nicht hatte.
Zum Frühstück gibt es jeden Morgen entweder eine der vielen Kelloggs-Sorten, die hier nur die Hälfte kosten, weshalb ich mir eine große Auswahl angeschafft habe, mit Buttermilch (ganz viel!) oder natürlich knackige, frische Vollkornbrötchen mit selbstgemachter Marmelade. Ach wenn die Australier wüssten, was sie verpassen! Wie kann Lisa nur sagen, dass ihr deutsches Brot nicht schmeckt und sie lieber Käsetoast ist?! Was für eine kulinarische Banausin!
Außerdem habe ich, seit ich wieder in Deutschland bin, schon sechs Kuchen gebacken. Und nicht immer nur Bananenbrot. Von Brownies über Mohnkuchen bis hin zu Käse-Sahnetorte alles. Endlich habe ich wieder eine anständige Waage, einen Mixer, zig verschiedene Backformen und einen riesigen Vorrat an Backpulver, Vanillezucker und Rumaroma. Das soll schließlich alles auch genutzt werden.
Gestern Abend im Kino gab's dann endlich mal wieder Popcorn. Süß! Kein ekliges salziges Popcorn, sondern richtig schön karamellisiertes Popcorn. Die größte Tüte, die man im Colosseum kaufen konnte.

Jeden zweiten Montag prügeln Jana und ich uns um die Rossmannbeilage in der Zeitung, weil wir wissen wollen, was es Schönes im Angebot gibt. Überhaupt ist der Einkauf oder das einfache Durchschlendern durch eine Drogiere für mich eine wunderbare Sache. So viele interessante Produkte, die ich ein Jahr lang entweder nicht gesehen habe oder mir mitbringen lassen musste. Warum gibt es in Australien eigentlich keine Drogerien?! Nur große Apotheken. In England gibt es schließlich auch Boots oder Superdrugs...

Weil ich ein Jahr lang außer Fahrradfahren und gelatoscoopen keinen Sport gemacht habe, leide ich jetzt unter permanentem Muskelkater. Kaum haben sich mein Bauch und meine Arme von meiner Fitgymnastik am Montag ein wenig erholt, werden sie beim Yoga am Freitag wieder übermäßig beansprucht. Gut so. Es lebe der Hochschulsport mit seinen unschlagbaren Preisen!

Damit es jetzt nicht so klingt, als fände ich hier sowieso alles besser und fand in Australien alles doof. Nein, stimmt nicht.
Neulich, als ich beim Obst- und Gemüseladen am U-Bahnhof Osloer Straße meinen wöchentlichen Einkauf gemacht habe, musste ich an Paddy's Market denken. Daran, wie voll es da immer war und dass außer mir fast nur Asiaten dort eingekauft habe, an die wahnsinnigen special offers, die tollen reifen Mangos, die Stände mit den Wasabi (und 100 anderen Sorten) Erbsen und daran und dass man die Weintrauben immer probieren konnte, bevor man sie gekauft hat. Ja, da habe ich ihn ein bisschen vermisst.
Außerdem fand ich es vorgestern Abend schade, dass ich Lars keine Cracker und Dips anbieten konnte, als er nach der Arbeit noch Hunger hatte. Kein Hummus, kein Babaganoush, kein Capsicumdip. Keine shapes mit tomato chili oder poppy-mature cheddar Geschmack. Traurig, fast tragisch.
Und als Michael mir vorletzte Woche mit seinem Wok und seinem Reiskocher ein wahnsinnig leckeres asiatisches Curry gekocht hat, roch es für mich wie im Thairestaurant auf der King Street.

Dass es in den Cafés, wenn überhaupt nur Halbfettmilch gibt und ich nicht wie selbstverständlich und wie 1000 andere Gäste auch meinen Kaffee in skim bestellen kann, das regt mich auf. Das gibt's nur bei Starbucks und das will ich nicht bezahlen. Sowieso schmeckt der Kaffee irgendwie anders. Irgendwie nicht ganz so gut... Außer bei McCafé natürlich! Aber das ist ja auch eine australische Erfindung. Und das erzähle ich jedem, der nicht rechtzeitig weghört. Jahaaa, das australisch! Und nur darum gibt es da nämlich flat white!!! Erstaunlicherweise haben sie mir in ihren Filialen in Buxtehude, Berlin Schönhauser Allee, Erfurt, Berlin Hauptbahnhof und Köln überall anstandslos meine australische Kundenvorteilskarte abgestempelt. Sie haben zwar jedes Mal neugierig geguckt, was das für eine ungewöhnliche Karte ist und sich von mir erzählen lassen, dass sie Australien ist ("McCafé ist ja schließlich auch eine australische Erfindung!"), aber Probleme gab es nie. Na ja, jetzt ist sie leider voll und ich habe eine langweilige deutsche.

Auch sonst habe ich mein Portmonee neulich mal von australischem Ballast befreit, weil die TU-Bibliothekskarte und die Body-Shop-Kundenkarte sonst nicht reingepasst hätten, und musste feststellen, dass ich noch einen Einkaufsgutschein für coles habe, auf dem noch ein paar Dollar drauf sein müssten. Wenn jemand also demnächst nach Australien fliegt, soll er sich an mich wenden. Ich hätte da auch noch Kundenkarten von so ziemlich jedem Café in Sydney...

Mittwoch, 17. September 2008

Ein bisschen Australien hier und da...

Gestern habe ich mich mit Maike auf einen Kaffee getroffen, die seit zwei Wochen zurück in Berlin ist, und sie somit das erste Mal außerhalb Australiens getroffen, was irgendwie seltsam war, aber natürlich wunderschön.
Irgendwie habe ich den Eindruck, dass ich mich bislang sehr viel besser eingelebt habe als die anderen Heimkehrer, die viel mehr Fernweh haben und sich noch nicht so richtig wohl fühlen. Lucky old me!
Ich fühle mich auch ein bisschen unwohl gestresst, aber das liegt wohl eher an der Prüfungsvorbereitung als an einem extremen Kulturschock. Ich finde eigentlich nicht, dass die Berliner unfreundlicher sind als die Sydneysider. Außer den Bibliothekarinnen, den BVG-Kontrolleuren und der blonden Bedienung im Chagall natürlich.
Immerhin habe ich für meine Prüfungen bislang schon zwei australische Themen aushandeln können. In Publizistik war meine Prüferin ganz erfreut, endlich mal was über das australische Rundfunksystem zu lernen und meine Linguistikprofessorin hat ebenfalls begeistert zugestimmt, mich meine Magisterarbeit über das australische Englisch schreiben zu lassen.

Das Wetter und die Temperatur in unserer Wohnung hat inzwischen australische Winterstandards erreicht, sodass ich dringend meine Ugg Boots aus Jork brauche und nachts mit warmen Socken schlafe. Wenigstens kann ich hier die Heizung anmachen.
Ich fühle mich auf ganz üble Weise um meinen Sommer betrogen. Bis Mitte Juli hatte ich Winter, im Juli und August nur wenige sonnig-heiße Tage, an denen ich größtenteils mit einer dicken Backe regungslos auf Lars' Sofa rumlag und jetzt im September wehen hier schon wieder sibirische Winde durch die Straßen. Zeit für Glühwein. Schon wieder!
Aber wo was die Saison, in der man eigentlich im Friedrichshain grillt, an den Wannsee fährt und 1000 Mal ins Freiluftkino geht?! Das kann ich doch nicht alles in einer Woche Gran Canaria mit Mama nachholen.

Die australische Fahne (eines der einzigen mitgebrachten Souvenirs) für die WG habe ich immer noch nicht aufgehängt, weil Christopher stattdessen für seine allabendlichen Beamer-Abende ein weißes Bettlaken vor Pablos Tür gespannt hat. Die Fahne liegt also immer noch auf Opas altem Küchenschrank und ist inzwischen mit Essen vollgekleckert.
Meine Drama Queen Tasse aus dem Hunter Valley wurde hier gut angenommen, Christian dachte beim Frühstück neulich schon, er sei mit der Aufschrift gemeint. Also zwei drama queens in einer Wohnung. Achtung: Bühne frei...

Statt Kakerlaken haben wir hier in der Wohnung nach wie vor eine elendige Mottenplage - also keine große Veränderung seitens der Insektenbevölkerung im Haus. Teilweise sind die Motten sogar noch ekliger, finde ich. Die Kakerlaken waren wenigstens zu groß, um ihre Eier in die Chili-Mühle zu legen und sind nicht in mein Schlafzimmer geflogen.
Die Waschmaschine (deutsche Qualitätsware) macht die Klamotten sogar sauber und nicht nur kaputt, dafür hat sie irgendwelche Schwierigkeiten mit dem Schleudergang im Feinwaschprogramm und hinterlässt meine 30° Wäsche immer pitschnass.

Dienstag, 9. September 2008

Post aus Australien

Was für eine freudige Überraschung sich am Sonntagabend nach einer siebenstündigen Opernschicht im Briefkasten vorfand: ein blaues Kärtchen der DHL, auf der ich informiert wurde, dass sie mich am 7.9. um 10.30h (das glaube ich ihnen NIE und NIMMER! seit wann arbeiten die denn bitte am Sonntag, das mache doch nur ich) leider nicht zu Hause angetroffen hätten und ich mein Paket bei den Nachbarn abholen könnten. Da alle meine amazon-Buchbestellungen bereits eingetroffen waren und mir nie jemand einfach mal so ein Überraschungspäckchen schickt (außer Mama zu besonderen Anlässen), blieb nur noch ein Paket offen: meine Schuhe, meine Klamotten, meine Bücher, meine Drama-Queen-Tasse. Meine 9,5 Kilo Seefracht. Und das sogar ganze vier Wochen früher als erwartet.
Als ich das Paket dann gestern Mittag im Flur meiner Nachbarin, die im Nachthemd in der Tür stand (immerhin bin ich nicht die einzige, die den Paketservice für das ganze Haus immer in Schlafkleidung erledigt). endlich wieder in meine Arme schließen konnte, bin ich aufgeregt durchs Haus gehüpft. Wie schön.
Beim Auspacken war ich echt überrascht, wieviel ich mit Johns ingenieursgerechter Packweise in den Karton bekommen habe. Neben vier paar Schuhen, mehreren Handtaschen und Büchern waren auch noch zahlreiche T-Shirts dabei, die ich gar nicht so richtig vermisst habe.
Am gleichen Tag kam auch noch eine sehr lange Karte von Kathleen, in der sie mir erzählt, dass in Sydney endlich der Frühling angefangen hat. Wurde ja auch mal Zeit, schließlich haben mich wochenlang alle damit genervt, dass sie so neidisch seien, dass ich im warmen Sommer sitze (ahahaha, dass ich nicht lache), während ihnen in Australien nachts die Füße frieren.
Wie schön, ein bisschen Australien in meinem Lernalltag.

Sonntag, 31. August 2008

War ich wirklich weg?

Sieben Wochen Deutschland.
Fünf Wochen Berlin.
Vier Wochen House of Fun.
Eine Schicht in der Staatsoper.

Und es ist alles so wie immer. So als sei ich nie weg gewesen.
Das ist natürlich sehr schön, dass das so schnell geht und ich nicht unter schlimmen Sydney-Heimweh-Attacken leide und mich hier so wohl fühle. Andererseits ist es doch irgendwie auch etwas erschreckend, dass man ein Jahr am anderen Ende der Welt verbringen und wiederkommen kann, als sei nichts gewesen.
Es ist schon witzig, wenn alle sagen, ich hätte mich überhaupt nicht verändert und würde immer noch die gleichen "furchtbaren" Klamotten tragen ("Die sind aber alle neu!") und die Einsatzleitung bei meinem ersten Dienst in der Oper mit "Hallo Sara, wie war der Sommer?" begrüßt, bevor ihm einfällt, dass ich er mich ein bisschen länger nicht gesehen hat als nur die spielfreie Zeit und sich mit "Willkommen zurück!" korrigiert.

In der WG sind zwar außer Jana lauter neue Mitbewohner, aber das Wohngefühl im House of Fun mit full house beim Frühstück und abendlichen heftigen Diskussionen über die Vor- und Nachteile der Pille, den Geruch von Sperma und die ideale Fettgehaltstufe für Frischkäse ist genau das gleiche wie früher. Ein wunderschönes Gefühl von ZuHause.

An der Uni hingegen sieht plötzlich alles ganz anders aus. Die Publizistik ist umgezogen und sieht plötzlich erstaunlich schick aus und am JFK haben sie inzwischen alles so sehr umgebaut, dass ich mich fast verlaufen hätte. In der Oper hingegen haben sie bloß die Türklinken in den Toiletten erneuert, stinken tut es noch genau so wie früher.
Also, alles beim Alten.

Ob von Australien irgendwas übrig geblieben ist außer wahrscheinlich recht nerviger Beiträge meinerseits zu Unterhaltungen, die anfangen mit "In Sydney ist das ja immer so, dass..." oder "In Australien haben wir immer...", ein paar Ideen für meine Magisterprüfungsthemen, eine Vorliebe für thai dinner mit loads of kings prawns und komischem sun damage auf meinen Oberarmen?! Ich weiß es nicht...

Ich habe mir übrigens fest vorgenommen, auf dem Blog auf jeden Fall noch von der Queenslandreise zu berichten, wenn ich gerade mal genug von meiner letzten Hausarbeit und meinen Prüfungsvorbereitungen habe.
Versprochen. Noch vor Weihnachten gibt's irgendwann die letzten Fotos und Reiseberichte. Wie gut, dass ich mein Tagebuch als Gedächtnisstüze habe...

Freitag, 1. August 2008

Zurück in mein echtes Leben, Stück für Stück

Ach ihr.
Dann werde ich wohl ein bisschen weiterschreiben. Irgendwie habe ich es ja auch schon ein klitzekleines bisschen vermisst. Irgendwie war es ja Teil meines Alltags in Sydney. Das Problem ist wohl eher, dass ich hier noch keinen wirklichen Alltag zurück habe. Das ist allerdings keine Ausrede dafür, dass ich nicht gebloggt habe. So viel ist den letzten drei Wochen dann doch nicht passiert.
Aber scheinbar ist, sich wieder in die eigene Kultur einfinden und ins eigene Leben zurückkehren, schwieriger als ich gedacht hatte.
Die erste Woche in Jork ging relativ schnell rum mit Shoppingtour in Hamburg, von Mama bekocht werden, Kirschen essen, mit Mama zu extra gehen, Buttermilch trinken, mit Mama zum Sport gehen, Quark essen, mit Papa Autofahrenüben, Müslibrötchen frühstücken, das erste Mal S-Bahn von Buxtehude nach Hamburg fahren, Leute treffen und sich über's schlechte beschweren.
Am Freitag vor meinem Geburtstag haben wir dann den Golf vollgeladen und sind zu fünft über Hamburg nach Berlin gefahren. Ich musste noch nicht mal selbst fahren. Trotz 22 Stunden Flug, 5 Stunden Bahnfahrt und 4 Stunden Verspätung war Jonas immer noch der bessere Fahrer und hat uns Mädels sicher und fast pünktlich zum Cocktailstrinken im Chagall gebracht, wo wir wunderbar im Regen und mit den unfreundlichsten Bedienungen der Welt (juhu, echtes Berlin-Gefühl) reingefeiert haben. Ach, wie schön, dass der Banana Mama immer noch genau so gut schmeckt, genau so wenig kostet und genau so betrunken macht wie letztes Jahr. Irgendwie beruhigend.
Weiter ging's ins Aufsturz, bevor wir morgen um halb vier in meinem Zimmer (das ja offiziell zu dem Zeitpunkt noch Pablos war) unser Bettenlager aufgeschlagen haben.

Die House of Fun Party am nächsten Tag lief im Endeffekt wie immer. Bis um elf habe ich rumgeheult, weil keiner kam und ich der Überzeugung war, dass mich alle vergessen hätten und sich keiner über meine Heimkehr freuen würde. Ab Mitternacht hatte ich genug Bowle und genug Freude, um bis morgens um sechs zu tanzen.
So soll's sein.
Nach etwas Aufräumen und viel mehr Katerbrunch ging's dann auch schon wieder zurück nach Hause (in diesem Fall: Jork), wo ich die nächste Woche mit Jonas zusammen damit verbracht habe, dass wir beide völlig unproduktiv vor unseren Computern rumzugammeln und nichts zu tun, wenn wir nicht gerade nach Buxtehude gefahren sind, um eine Haarbürste zu kaufen und in der Wunderbar einen Kaffee zu trinken, bei dem ich mich mal wieder geärgert habe, dass die Deutschen keine skim milk benutzen. Von wegen, die lasse sich nicht anständig schäumen. Idiot. Ich habe in der Eisdiele 11 Monate lang mit skim milk ganz wunderbaren froth gemacht. Oder schäumt die Milch am anderen Ende der Welt anders?
Egal, daran werde ich mich nicht gewöhnen. Muss mir meinen skim moccha also ab jetzt wieder selbst zu Hause machen. Aber da der Kaffee hier das gleiche in Euro kostet wie in Sydney in Dollars, sollte ich mir das Kaffee-außer-Haus-Trinken eh dringend abgewöhnen.
Immerhin gibt es eine Sache, die in Deutschland teurer ist. Denn im Supermarkt wunder ich mich ja jedes Mal über "die kleinen Preise" und habe die Kassiererin bei Plus um die Ecke damit auch schon zum Lachen gebracht.

Seit Montag bin ich nun endlich zurück in der Hauptstadt und genieße das gute Wetter beim Open-Air-Kino im Friedrichshain, auf dem Badeschiff in Treptow und beim abendlichen Ausspannen auf Lars' Balkon.

Gerade sitze ich im House of Fun auf der Couch, gucke Pablo beim Auszug aus meinem und Umzug in Dianes/Sophies/Clemens'/Johns altes Zimmer und kann mich nicht dazu aufraffen, mit meinem Einzug anzufangen.
Bloggen macht doch viel mehr Spaß als staubige stinkige Kisten aus dem Keller zu tragen.
Wie gut, dass ich mich aufgrund der Weisheitszahn OP eh nicht anstrengen darf. Da muss ich wohl jemand anders in den Keller schicken.

Sonntag, 13. Juli 2008

Last Days in Sydney

Da hier die nächsten Tage und Wochen eh nix Aufregendes mehr passiert, da mein Alltag aus mit Mama einkaufen gehen (Warum gibt es in ganz Jork keine Negerküsse mehr? - Das Obst ist unschlagbar günstig. -Die Centmünzen sind sehr klein.) und Fahrdienste für Mama und Papa machen zum Autofahrenüben (Wollte immer verkehrtrum in den Kreisverkehr, habe bei jeder Ausfahrt den Drang auf die linke Spur zu fahren und blinke ununterbrochen mit dem Scheibenwischer, sodass Papa mir nachher schon auf die rechte Hand gehauen hat!) besteht, nutze ich die Zeit, um ein bisschen den Blog auf den neuesten Stand zu bringen und ein bisschen von den letzten Wochen zu berichten.
Am besten fange ich rückwärts an, also bei den letzten zwei Tagen in Sydney, die ich nach der Rückkehr aus Queensland noch hatte.

Nachdem Jonas, John und ich bei mir zu Hause angekommen waren und erstmal zwei Maschinen Wäsche angestellt hatten, weil nach mehreren Wochen Reise einfach alles eklig dreckig und stinkig war, habe ich mich stadtführerinnentechnisch engagiert, um den beiden Jungs ein paar Ecken der Stadt zu zeigen, die sie sich in ihrer Woche ohne mich noch genauer angucken könnten. Also habe ich John, der auf den Urlaubsfotos festgestellt hatte, wie lang seine Haare geworden sind, auf dem Weg zum Campus, wo ich mit meiner Praktikumskoordinatorin very last minute noch was klären musste den holländischen Frisör gezeigt, der bereits Lars, Michael, Markus und mir eine neue Frisur verpasst hat. Auch das Lansdowne ("Da müsst ihr unbedingt mal ein $5 meal essen!"), Paddy's Market ("Für günstige Souvenirs und so.") und Glebe ("Toller Markt am Samstag und viele Restaurants und Cafés!") wurden abgelatscht, bevor wir uns im Regen nach Newtown flüchten konnten, wo ich den beiden "meine" Eisdiele und die sowieo coolste Straße der Stadt gezeigt habe. Weil wir kalt und nass waren, haben wir dann um sechs Uhr etwas verfrüht beim Thai Dinner gegessen. My very last prawns on Aussie grounds. Ach, was werde ich die vermissen. Die king prawns und die King Street thais!!!

Anschließend gings zum weltbekanntesten Teil Sydneys. Da konnten sich die Jungs die Oper und die Harbour Bridge angucken und wir konnten gleichzeitig zu Saras farewell drinks in die opera bar kommen. Weil ein Glas Wein acht Dollar kostete und wir vom Fraser Trip noch etwas übermüdet waren, haben wir die tolle Aussicht nicht besonders lange genossen.

Der Donnerstag bestand aus einer guided tour für Jonas und John durchs Kings Cross, Darlinghurst und Surry Hill. Anschließend habe ich die beiden einkaufen geschickt, um das Haus zum Kofferpacken und traurig sein ein paar Minuten für mich allein zu haben.

Nachdem der Koffer, die Countryroad-Tasche und die beiden Umhängetaschen für John und Jonas rappeldicke vollgepackt und dementsprechend schwer waren, sind wir dann zu Fuß nach Newtown zu meinem Abschiedsessen bei meinem Lieblingslibanesen "El Bahsa" gelaufen.
In der Runde von 16 Leuten war, wie in Australien halt so üblich ist, mit meiner Kommilitonin Rhiannon mal wieder nur eine echte Vollblutaustralierin, während sich die restlichen Gäste aus Deutschen, Engländern, Neuseeländern und Russen zusammensetzte. Ich habe vor lauter Aufregung und Ablenkung durch Geschenke auspacken (eine tolle Silberkette von Tiffany's von Ants, Tess und George, Blumen von Ilya, ein Tagebuch von Kathleen und eine CD von John) das falsche Essen bestellt, was ich überhaupt nicht mochte, und bin überhaupt nicht dazugekommen, meinen Weißwein zu trinken.

Nach einem kleinen Zwischenstopp bei Dolce & Gelato, wo Joanna mir natürlich zur Feier des Tages trotzdem kein Eis ausgegeben hat, sind wir ins Bank (Hotel) umgezogen, um dort bei ein paar Drinks in Jonas' Geburtstag reinzufeiern, bis wir um kurz vor eins rausgworfen wurden, was für ein Pub in Sydney unter der Woche ja schon richtig spät ist.

Am nächsten Morgen gab es dann außer Kofferwiegen, panisch umpacken und 10kg per Post nach Berlin verschicken und danach entspannt mit den Jungs frühstücken gehen und einen letzten Iced Moccha trinken nicht mehr viel, bevor Lisa Sara und mich zum Flughafen gebracht hat.
Das war Sydney!!!
Für immer - erstmal.

Alles so schön grün hier

Ach, was ist das alles komisch hier.
Auf der Heimfahrt vom Flughafen gestern wollten Sara und ich Sebastian permanent darauf hinweisen, er solle doch bitte auf der anderen Straßenseite fahren. Verkehrt irgendwie. Außerdem waren wir tierisch beeindruckt von den vielen grünen Bäumen auf beiden Seiten der Straßen. Dafür gibt es nirgendwo Palmen. Strange. "Und die Vögel sehen alle so langweilig aus! Grau und braun, keine Farben!"
Die roten Hamburger Mülltonnen sehen für mich aus wie Briefkästen.
Beim Fahrradfahren fühlte sich mein Kopf so nackt an, die Haare konnten frei im Wind wehen, so ohne Fahrradhelm. Ungewohnt. Bei extra an der Kasse habe ich die Kassiererin mit meinem "So wenig? Das ist ja billig!" Kommentar völlig überfordert, weil ich über die 6,25 Euro für Croissants, saure Gurken, Erdbeeren, Salzbrezeln, Milch und die restlichen von mir gewünschten Lebensmittel so günstig fand. Schön! Abends wird es erst ganz spät dunkel. Verrückt.

Es ist echt sehr lustig, was mir plötzlich alles verkehrt vorkommt, aber wahrscheinlich werde ich mich auch ruckzuck wieder dran gewöhnen. Immerhin ist mir bislang in Jork noch nicht langweilig geworden, obwohl ich mich hier seit gestern Mittag noch nicht wegbewegt habe. REKORD.
Nach Müslibrötchenfrühstück war ich gestern mit Mama mit dem Fahrrad erst bei Extra und dann bei Minimal, der jetzt REWE heißt, und durfte auf alles zeigen, was ich haben wollte und habe außer Negerküssen (die waren in beiden Läden gerade ausverkauft) alles gekauft bekommen, was Mama nicht eh schon besorgt hatte, weil sie sich denken konnte, dass ich Buttermilch, Käse, Vollkornbrot, frische Kirschen, Haribo, Jogurt und Rotkäppchen haben wollte. Danach durfte ich mir dann auf dem Obsthof noch mehr Kirschen und naturtrüben Apfelsaft aussuchen.
Im Garten sind gerade die Stachel-, Him- und Johannisbeeren reif. Juhu, ich bin genau in der richtigen Saison wiedergekommen. Nur das Wetter verhält sich etwas norddeutsch und überzeugt nicht hundertprotzentig. Aber ich will mal nicht meckern.

Heute Morgen habe ich auf der Terrasse gelegen und Brigitte gelesen und mir im Birkenstockkatalog neue Sandalen ausgesucht. Heute Nachmittag mit Jana und Julien dort gesessen und Urlaubsfotos angeguckt und wurde über die neuesten Entwicklungen in Buxtehude und dem Alten Land aufgeklärt: bei Stackmann gibt es keinen Supermarkt mehr und die Kinderabteilung ist jetzt im Keller, der Busbahnhof wird umgebaut, Subway ist in die Bahnhofstraße umgezogen, die Jazztanzgruppe hatte neulich ihre große Show und am Elbdeich gibt es jetzt ein gay resort. Soso!

Eben war ich mit dem Rad am Deich und musste mich sehr konzentrieren, auf der rechten Seite zu bleiben. Ab morgen darf ich Mama und Papa dann beim Ausräumen des Wohnzimmers behilflich sein. Außerdem muss ich mir dringend einen Hautarzttermin für meine von der australischen Sonne zerstörten Haut holen. Also wird mir hoffentlich auch in den nächsten fünf Tagen hier auf dem Land nicht langweilig, bis wir am Freitag unseren Roadtrip nach Berlin starten.

Samstag, 12. Juli 2008

32 Stunden, drei Flüge, vier Sicherheitskontrollen, zwei Bier und drei Sekt später


Here I am, an meinem Laptop, an Jonas' Schreibtisch, in Jork, bei meinen Eltern.
Und es ist alles gar nicht schlimm.
Nach einer sehr spontanen Winterklamottenpaketpackaktion (der Koffer wog laut Thorstens Waage 28kg und somit acht Kilo zu viel) gestern Morgen und einem wunderbaren Geburtstagsfrühstück (Jonas' Geburtstag, nicht meiner!) in einem kleinen Café in der Nähe der Postfiliale (man muss schon praktisch denken, wenn man mit einem sperrigen 10kg-Karton durch Sydney läuft) mit Jonas und John und einem sehr kurzen Gespräch mit der gerade aus Österreich von der Konzerttourne zurückgekehrten Lisa, hat sie Sara und mich zum Flughafen gebracht. Die Zeit bis zum Boarding ging so schnell rum, dass wir es noch nicht mal geschafft haben, Saras verbleibendes $69 phone credit abzutelefonieren (what a waste, really!), weil wir mit iPod kaufen (Sara) und "Soll ich mir diese coole Kamera kaufen oder nicht? ... Sie ist pink!... Aber eigentlich wollten Lars und ich uns doch eine gemeinsam anschaffen!...Aber sie ist pink!" (ich) beschäftigt waren.
Im Flugzeug haben wir mit unserem bezaubernden Lächeln und einer kleinen Übertreibung ("She is really scared of flying and needs me to look after her during the flight!") die Plätze in der letzten Reihe nebeneinander bekommen. Sehr schön!
Da war es dann nur ein kleines Drama, dass sie aus unverständlichen Gründen Saras vegetarische Essensbestellung vergessen hatten und ich mich permanent schlecht gefühlt habe, weil sie an meine gedacht haben.
Der Flug bis Singapur ging mit Filme und Serien gucken, Ampelmännchenbucheinträge lesen und dabei ein klitzekleines Bisschen für ein Minütchen weinen und anschließend aufmunternde Musik hören ratzfatz rum. Nach Empfehlung von Lars und Jonas, die vorher über Singapur gereist waren, haben wir uns auf der Dachterrasse mit den Kakteen in der tropischen Abendhitze ein letztes Cascade gegönnt und festgestellt, dass die Linse von Saras Kamera vor lauter Luftfeuchtigkeit beschlagen war.

Flug Nummer zwei wurde, wie es sich für einen Nachtflug gehört, hauptsächlich mit Schlafen und verplant aus dem Fenster gucken verbracht. Nach dem Frühstück, der vierten Folge der ABC Serie "The Librarians" und dem fünften Durchhören des neuesten Eskimo Joe Albums, konnten wir die ersten deutschen Felder am Boden sehen und waren plötzlich ganz aufgeregt, weil es sooooooooooooo deutsch aussah.
Und es wurde noch viel deutscher.
Beim Zoll wurden wir mit einem schroffen "Guten Morgen" begrüßt, bei der SkyLine unfreundlich vom Service Personal angemeckert, beim Lufthansa Check-In höflich gesiezt (wow, ich wurde ein Jahr lang nicht gesiezt, sehr komisches Gefühl). Bei jeder Rolltreppe wollten wir automatisch die linke nehmen, wenn es eigentlich die rechte war, beim günstigen Zeitschriftenkauf war ich mit den sehr farblosen Geldscheinen und den komischen zweifarbigen Münzen vollkommen überfordert. Im Café musste ich geschockt feststellen, dass ich hier keinen skim moccha bekommen werde, genausowenig wie eine Flasche tap water zu meinem Essen...
Alles nicht so ganz einfach. Kulturschock rückwärts.
Um diesen leichter zu überstehen, haben wir uns statt eines Kaffees um sieben Uhr morgens am Frankfurter Flughafen zwei Becks Gold und eine Brezel geholt. "In Sydney ist schließlich schon Samstagnachmittag. Da kann man ruhig schon mit dem ersten Bier anfangen!!!"

Die anschließende Sicherheitskontrolle für den Inlandsflug nach Hamburg war ein einziges Drama. Nachdem ich quasi nackt drei Mal durchlaufen mussten und intensiv im Schritt- und Brustbereich abgetastet, um nicht zu sagen: angegrabbelt, wurde, weil ich so lustig gepiept habe, kam Sara mit ihren zwei Flaschen Bundaberg Rum aus dem Duty Free leider gar nicht erst rein. Aus unerklärlichen Gründen wollten sie mich dann auch nicht mehr durchlassen und haben mich zu Sara zuückgeschickt. Also zurück zum Check-In, Alkohol sicher in Fleecedecke wickeln, in Country Road Bag verstauen, als Gepäck aufgeben, mit der Dame über Preise für Übergepäck verhandeln und zurück zum Sicherheitscheck, wo ich nach einer zweiten Strip- und Fummelaktion auch noch meine Tasche öffnen durfte, weil der Teddybär beim Durchleuchten wohl aussah wie eine Bombe.

Nach einem Sprint zum Gate und last minute boarding fiel Sara auf, dass sie plötzlich keinen Mantel mehr anhatte... Na ja, bei so vielen Handgepäckstücken und Schichten Kleidung wie wir sie hatten, war irgendwie klar, dass irgendwas irgendwo verloren gehen würde. Persönlich hätte ich allerdings eher vermutet, dass der Verlust auf meiner Seite zu beklagen sein würde. Ich hingegen bin mit Regenjacke, Handtasche, dickem Schal, Laptoptasche, dünnem Schal, Country Road Bag, Jeansjacke, Koffer, Hut und zwei Sweatshirts zu Hause angekommen. Dass einzige, was ich verloren habe, ist ein Anstecker an meiner Tasche. Nicht schlecht, oder?

In Hamburg wurde Sara von ihrer Mutter, ihrem Vater, ihrem Bruder und ihrem Onkel abgeholt und Saras Bruder hat mich nach ausgiebiger Stadtrundfahrt (man könnte auch Umweg dazu sagen) nach Jork gebracht, wo mich ein unglaublich süß dekorierter Vorbau begrüßte, aus dem meine Eltern mit Digitalkamera geschossen kamen. Davon gibt's ein paar Bilder. Und nun geh ich ins Bett. Schließlich ist es in Sydney schon fast wieder Zeit aufzustehen.

Donnerstag, 10. Juli 2008

So long, farewell

Die Summe meines Alltags in zwei gepackten Taschen

Verdammt, mir ist schlecht, mir ist schwindelig, mir ist komisch, mein Herz klopft wie verrückt.
"Hast du was Falsches gegessen?", fragt John. "Sie hat doch gar nichts gegessen!", sagt Jonas.
Nein, ich habe einen Koffer gepackt und eine Tasche.
Und das fühlt sich sehr komisch an.
In 24 Stunden sitze ich schon im Flugzeug.
Und in 48 Stunden stehe ich in Frankfurt am Flughafen.
Wooohooo!! OMG, OMG.
Muss mir mal eben kurz frische Luft zufächeln....

Natürlich freue ich mich auch ein bisschen.
Auf anständige Taschentücher, schnelles Internet, Wochenendfrühstück im House of Fun, einen anständigen öffentlichen Nahverkehr, Rotkäppchen Rubin, abnehmbare Duschköpfe, leckere Brötchen, H & M, günstigen Jogurt, ungechlortes Leitungswasser, Mamas Marmelade, Cocktails im Chagall, Brunch im Eckstein, Fahrradfahren am Elbufer, Buttermilch, die Berliner Parks, kostenlosen Kaffee bei Stackmann und meinen Zahnarzttermin (danke Jana! aua, aua am Weisheitszahn).
Aber gleichzeitig weiß ich jetzt schon, dass ich eine Menge zurücklassen muss und nicht, wie nach Brighton, mal eben schnell zurückkommen kann.
Very scary!!!!!!!!

Mittwoch, 9. Juli 2008

Bilder aus Queensland

Krokodil am Daintree River.

Whitehaven Beach in den Whitsundays.

Letzter Tag auf Fraser.

Mit Jonas im Lake McKenzie im Regen.

Unser vollgerümpeltes Auto.

Sara und Thorsten chillen auf Deck.

Fischlein, Fischlein, Fischlein.

Völlig kaputt vom Schnorcheln.

Sea Kayaking am Cape Tribulation.

Schnorcheln am Great Barrier Reef.

Kamera-Case-Testen im Hostel-Pool.

Dienstag, 1. Juli 2008

Winter, Sonne, Badespass

In der Touristeninformation von Airlie Beach gibt es kostenloses Internet. Und waehrend Sara und Thorsten noch an der Lagoon (grosser kostenloser oertlicher Pool direkt hinterm Strand) in der Sonne liegen, dachte ich mir, nutze ich dieses wunderbare Angebot mal kurz fuer einen klitzekleinen Post.
Wir sind seit zwei Stunden vom Segelboot runter, auf dem wir zwei Tage durch die Whitsundays gesegelt sind und gleich geht es nach einer Kaffeeinfusion fuer Sara und mich mit unserem total vollgemuellten Riesenauto (Ford Falcon Futura) weiter nach Mackay, wo wir morgen Mittag Jonas vom Flughafen abholen (der muesste inzwischen irgendwo ueber Asien in der Luft sein) und John treffen, der am Sonntagmorgen heil in Sydney gelandet ist und mit meiner Nachmieterin Christine Tee getrunken hat, bevor er losgefahren ist, um das Outback zu erkunden.
Klingt etwas kompliziert, oder? Ist aber alles ganz toll.
Nach verregneten Tagen am Cape Tribulation und im Daintree (jetzt weiss ich endlich, woher der Regenwald seinen Namen hat) haben wir seit ein paar Tagen endlich echtes Urlaubswetter, sodass ich ein paar Sonnensprossen bekommen habe und nicht voellig blass im deutschen Sommer landen muss.
Ansonsten habe ich viele aufregende Dinge getan und gesehen. Wir waren im Great Barrier Reef schnorcheln, am Cape Trib sea kayaking, im Daintree Krokodile gucken und gestern bin ich sogar getaucht, mit Sauerstoffflasche und allem Pipapo. Very exciting!
Fraser Island ist fuer naechsten Sonntag gebucht und wird sicher ebenso spannend und spassig!

Samstag, 21. Juni 2008

Ab ins Land der Königin

Der vorerst letzte Abend in Sydney ist vorbei.
Lisa hat ihn super organisiert und ich hatte eine tolle Zeit. Erst lecker Thai Food on Crown Street mit Harriet, Corin, Kathleen, Nils und ihr und anschließend schweineteure Cocktails schlürfen mit Ausblick im Shangrila.
Toll, toll.
Dafür habe ich heute Nachmittag allergisch aufs Kofferpacken reagiert und kriege die Krise.
Woher kommt all der Kram in meinem Zimmer und wo soll der nur hin????????
Egal, ich muss jetzt erstmal weg.
Mein Flug geht morgen früh.
Das Zelt ist verpackt.
Die Bikinis auch.
Alles andere ist egal.
Queensland ruft.
Ihr hört von mir.
Irgendwann, irgendwie.
Nicht jetzt - später!

Freitag, 20. Juni 2008

Sara Superstar

Man, man, was mir das ABC Praktikum nicht alles gebracht hat, ist der helle Wahnsinn.
Nach viel hin und her, mehreren verpassten Anrufen und Nachrichten auf meiner Voicemail habe ich gestern Abend nach dem Kino spontan erfahren, dass ich heute Mittag als Statistin bei der ABC Sendung "Book Club" mitspielen darf/kann/soll.
Cool. Das war ich natürlich dabei.
Völlig egal, dass ich eigentlich tausend andere langweilige anstrengende Sachen machen muss (=Koffer packen, Zimmer ausräumen, Wäsche waschen...). Pünktlich um halb zwölf stand ich im Studio auf der Matte, wo außer mir natürlich noch keiner so weit war.
Also durfte ich erstmal zwei 20er Jahre Stil Kleider anprobieren, die beide irgendwie etwas zu durchsichtig für meinen Geschmack waren (ok, die Sendung wir erst um 10 pm ausgestrahlt, aber trotzdem muss nicht ganz Australien meinen BH sehen...), sodass ich mit der director's assistant Simone nochmal in den Kostümfundus musste, um mir ein Top zum Drunterziehen zu holen.
Der Fundus war super, aber im Vergleich zu denen, die ich vom Theater kenne, relativ klein. Ich habe witzige Schlafkappen aufprobiert, die eigentlich jede Nacht tragen sollte, um meinen Locken vor mir selbst (sprich: aktiver Schlafbewegung) zu schonen. Am besten hat mir die Beschilderung gefallen, auf der das Wort "Liederhausen" auftauchte. Ich glaube, ich weiß, was sie meinen, aber sicher bin ich mir nicht...
Ich habe also ein Top, ein Paar unbequeme hässliche braune Lederpumps und eine Strumpfhose bekommen, von der ich nicht wissen möchte, wie viele 1000 Menschen die vor mir getragen haben... Danach wurde ich aufgefordert, mir Lippenstift aufzulegen ("Did you bring your lipstick?" - "Erm, no..." - "Oh, I meant to tell you to bring your own lipstick." - "Well, I don't really own lipstick..."). Sowohl die Regieassistin Simone ("I have never done that before... As you can tell, I am not the girliest girl in the world.") noch ich waren besonders bewandert im Lippenstift auftragen und haben uns den größten Teil der Zeit nur schrottgelacht. Dementsprechend scheiße sahen meine Lippen dann auch aus.
Egal! Denn ich wurde eh erstmal in die lunch break entlassen, wo ich den gesamten mit viel Anstrengung aufgetragenen Lippenstift aus der ABC Make-Up Abteilung ("I got this for Sara, but we'll have to pay for it." - "For what?" -"The lip brush!" - "They make us pay for the lip brush?!" - "Yeah, apparently they only use it once.") auf den Deckel meines Kaffeebechers (hat Simone bezahlt, yay) geschmiert habe, ohne außer NEON lesen und SMS schreiben irgendwas getan zu haben.
Nach erneutem Lippenstift auftragen ("What a pain in the arse!") und kurzer Unterhaltung mit Stewart, der meinen Liebhaber spielen sollte, waren dann um kurz vor drei endlich alle fertig und ich durfte mich vor dem green screen positionieren. Da stellte Emma, die Kamerafrau, plötzlich fest, dass ich ja viel viel kleiner sei als mein "Geliebter" Stewart/Augie March. Also wurde ich genötigt auf einem equipment Koffer zu stehen, um in den Bildrahmen zu passen... Toll! Dann hatte ich fünf Minuten, um mit meinem "Geliebten" erst in einer Szene verliebte Blicke auszutauschen, was mir unheimlich schwer fiel. Wirklich! Schauspielerei ist schwerer als ich dachte. Ich habe den Mann ein paar Minuten vorher getroffen und sollte ihm tief in die Augen schauen und schwer verliebt gucken. Außerdem hat die Regie mich drei Mal gebeten, näher an ihn ranzutreten, was gar nicht so einfach war, ohne von meinem Alukoffer zu fallen. Ich habe ihm tief in die Augen geschaut und losgelacht. Honestly, how do people do that? Ich kam mir sehr unprofessionell vor... Aber das bin ich schließlich auch.
Nach der Szene fiel uns auf, dass ich das Kleid die ganze Zeit auf links anhatte. Hahaha. Sara-typischer hätte ich mich wohl kaum verhalten können... Leider hatten wir keine Zeit nochmal zu drehen, weil Stewart dringend los zur Arbeit musste.
Also habe ich mich schnell hinter dem nächsten Vorhang umgezogen (Kleid umgedreht), während die Crew sich schrottgelacht hat. Danach mussten wir eine heftige Streitszene an den Tag legen, was mir fiel leichter fiel als die verliebten Blicke auszutauschen. Ich brauchte keine lines und konnte gut improvisieren. Männer anmeckern kann ich immer. Egal, ob sie kenne oder nicht! *g* What a surprise! Not. Bitchy Sara at her best!
Danach musste ich nur noch meinen participant release form ausfüllen, habe eine DVD versprochen bekommen und durfte gehen. Weil ich eh schon im Gebäude war, habe ich die Chance genutzt, um mich ein drittes und letztes Mal von meinen "New Inventors" Kollegen zu verabschieden und mir viele Umarmungen, Drückerchen und Küsschen einzuheimsen. Warum nur? Ich habe einfach nur meinen Praktikantinnenjob gemacht! Sonst nix! Well, well. Der ABC ist mir irgendwie ans Herz gewachsen.

Mittwoch, 18. Juni 2008

Resteessen und die letzten Stunden zählen

Wahnsinn, wieviel Essen in eingefroren hatte. Lisa hat sich gefreut über "a seven course dinner", featuring prawns in tomato sauce (für Mama und Papa gekocht), italian lentil soup (Geschenk von italienischer Mamma), Tabouleh (Partysalatrest von Samstag), Risotto (gerade vor ein paar Wochen gekocht, und wie immer viel zu viel), irgendein Auberginen-Pilzmischmach (gab es irgendwann mal zu Nudeln, als Thorsten zum Dinner da war) und Gemüse-Curry-Couscous (im Januar mit Alex gekocht). Lecker, sehr lecker. Und viel, sehr viel.
Dazu gab es Weinreste von der Party und als Nachtisch einen halben Liter Eis, den ich ausnahmsweise zur Feier des Tages kostenlos von der Arbeit mitbringen durfte. Passionfruit, rum & raisin und vienetta. Ich weiß nach elf Monaten, was gut ist.

Heute bin ich dann von zehn Uhr morgens von A nach B und C und wieder zurück gelaufen, um in ziemlich wenig Zeit möglichst viele Dinge zu erledigen und verschiedene Menschen zu sehen. Dass mein Frisörtermin als hair model bei "Doppelgänger" fast drei Stunden gedauert hat, passte nicht so wirklich in meinen tight schedule. Also bin ich mit frischem Pony und den geilsten Locken der Welt zum ABC gehetzt, wo ich mich meinen ehemaligen Kollegen zum pub lunch getroffen habe, die mir berichtet haben, wie seltsam die Erfindung und der Erfinder beim recording am Freitag waren, um die ich mich die letzten Wochen gekümmert habe. Sehr schönes catch-up und sehr schön zu hören, wie sie mich vermissen werden. Vielleicht sollte ich mich echt um ein cadetship beim ABC bewerben...

Nachdem Jodie eine zweite Runde geschmissen hat (und das beim Arbeits-Mittagessen) war ich dann irgendwie ein bisschen betrunken (Alkohol vor Sonnenuntergang vertrage ich irgendwie nicht) und eine halbe Stunde zu spät bei Starbucks aufgekreuzt, wo Maike ihren Kaffee schon ausgetrunken hatte und mich erstmal in den nächsten Coffeeshop ("Du brauchst dringend einen Kaffee, irgendwo wo es billiger ist...") gezerrt hat. Wir haben uns stundenlang über Eltern, Studium, Beziehungen, Berlin und Sydney unterhalten. Und dann durfte ich nach Schlafsackübergabe (jetzt habe ich genug für Jonas, John und mich zusammen) das dritte Mal in Sydney beim Piercen seelischen support leisten. Leider hat Maikes Ohr ganz eklig geblutet, sodass ich die Liege mehr gebraucht hätte als sie.

Noch drei Tage Sydney und soooooooooooooo viel zu tun.

Dienstag, 17. Juni 2008

Heldin der Arbeit

Wowo. Meine letzte Schicht als Gelatogirl ist seit 35 Minuten vorbei. Verrückt. Immerhin hatte ich damit ein bisschen mehr Glück als mit meinem letzten Opernabend letzten Juni: sechs Stunden Tristan und Isolde ... zum Abgewöhnen.
Bei Dolce und Gelato wurde ich heute zum Abschied von Laura in die geheime Welt des Gelatozubereitens eingeführt. Mit Schürze (ja, ich habe mich elf Monate aufgeregt, dass meine Hosen immer alle dreckig sind und am letzten Tag kriege ich eine Schürze umgebunden, welch Ironie!) und starken Oberarmmuskeln (alle durchs Scoopen antrainiert) habe ich Laura den ganzen Tag über assistiert: Milch gemixt, 11 Liter Eimer durch die Gegend getragen, gelato base angerührt, Töpfe gewogen und mein eigenes Chocolate Gelato gemacht. Toll! Alles easy peasy. Jetzt weiß ich Bescheid. Vielleicht kann Giovanni mich also tatsächlich sponsorn, wie er letzte Woche schon vorgeschlagen hatte, ich kriege ein neues Visum und kann hier bleiben.

Kleiner Scherz!!!

Aber das Eis war besonders lecker und auch für meinen Cappuccino hat Laura mich gelobt. Vielleicht sollte ich tatsächlich meine Medienkarriere an den Nagel hängen und ein Café aufmachen....
Zum Abschied gab es dann ein von Joanna, Laura und Josephine ein Geschenk, das -wie sollte es anders sei- pink ist. Ein pinkes Sommerkleid. "Because you go back to Germany where it's hot!" Na ja, mal schauen, wie hot es ist, wenn ich im Juli lande. Aber das Kleid ist toll. Es ist pink. Außerdem durfte ich einen halben Liter Eis mit nach Hause nehmen, den es nachher als Nachtisch zu meinem Resteessen. OMG. Ich habe tatsächlich sechs verschiedene tiefgefrorene Gerichte im Gefrierfach gefunden, die unbedingt gegessen werden müssen... Was wird Lisa sich über den Platz im freezer freuen.

Montag, 16. Juni 2008

Abschiedspartyimpressionen

Gartenparty im Winter.

My Asian study mates.
Russian Connection Ilya und Olga.

Ein Haufen Menschen

The good old Penthouse Crew.

Wärmendes Grillfeuer für kalten Winterabend.
Dancing in the laundry - immer mal was Neues.